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WDH: Dobrindt warnt vor Personaldebatte in der Union zur Unzeit

Der Sitz der CSU in München.
Der Sitz der CSU in München. © JesusFernandez32 / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images © JesusFernandez32 / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de

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BERLIN (dpa-AFX) - CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat die Union angesichts der Corona-Pandemie vor einer Debatte über die Kanzlerkandidatur zur Unzeit gewarnt. "Ich rate dazu, jetzt keine langanhaltende Diskussion über Personalfragen zu führen", sagte Dobrindt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die Union sollte nicht den Fehler machen, den uns die SPD im letzten Jahr im Detail vorgeführt hat. Nämlich sich monatelang mit sich selbst zu beschäftigen, während die Bürger Antworten auf die Zukunft unseres Landes erwarten", fügte er hinzu.

"Wir müssen uns auf die Fragen konzentrieren, die jetzt anstehen. Und das heißt: Wie kommen wir gut raus aus der Krise", appellierte Dobrindt an die eigenen Reihen. Es gehe darum, dass die Wirtschaft gut aus der Pandemie komme und um die Arbeitsplätze und Deutschland und Europa. Das Thema müsse sein: "Was sind unsere Maßnahmen, wieder Wachstum in Deutschland zu erzeugen? Das ist die Herausforderung, um die es geht. Darum sollten sich alle kümmern."

Er wolle die Diskussion über die Frage, wer Kanzlerkandidat der Union werden solle, nicht mit eigenen Vorschlägen befeuern, sagte Dobrindt. "Aber klar ist doch, dass man bei Entscheidungen über eine Kanzlerkandidatur sich immer mit den Elementen Kompetenz, Zustimmung und Chancen auseinandersetzen wird", betonte er. Nach diesen Punkten "entscheidet sich am Schluss, mit wem CDU und CSU in eine Wahlauseinandersetzung für die Bundestagswahl 2021 gehen werden. Aber die Debatte muss zur richtigen Zeit geführt werden und nicht jetzt".

"Weniger die Frage des Zeitplans einer Kandidatenauswahl ist entscheidend als am Schluss die Geschlossenheit, mit der CDU und CSU hinter einem gemeinsamen Kandidaten stehen", sagte Dobrindt mit Blick auf die Frage, wann die beiden Schwesterparteien am besten über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten entscheiden sollten. "Darum geht es. Und das muss man erreichen."

Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" trauen deutlich mehr Menschen dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) das Amt des Bundeskanzlers zu als noch vor einigen Monaten. Demnach halten Söder 64 Prozent für geeignet. Im März waren nur 30 Prozent dieser Meinung. Unter den Unionsanhängern glauben demnach nun sogar 78 Prozent, dass er das Zeug zum Bundeskanzler hat.

Damit liegt Söder deutlich vor den drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz. Den Wirtschaftsexperten Friedrich Merz halten 31 Prozent für geeignet fürs Kanzleramt, den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet 19 Prozent und den Außenpolitiker Norbert Röttgen 14 Prozent. Auch bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung steht Bayerns Regierungschef gut da. Auf der Skala von minus 5 bis plus 5 landet er hinter der Spitzenreiterin, Kanzlerin Angela Merkel (CDU, 2,7), mit 2,0 auf dem zweiten Platz. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, läge die Union mit 39 Prozent vorn, gefolgt von den Grünen mit 20 Prozent./bk/DP/zb

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Quelle: dpa-AFX