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Schiffsfinanzierung in schwerem Fahrwasser

Bundesbankvorstand Andreas Dombret sieht in Schiffsfinanzierungen ein großes Risiko für Banken. Bisher habe die robuste Konjunktur die Zusatzbelastungen aufgefangen. Doch niedrige Zinsen dürften nun nicht ausgenutzt werden.

Die Bundesbank warnt vor den Folgen der Schifffahrts-Krise für das Kreditgeschäft der Banken. "Ohne Zweifel handelt es sich dabei um ein beträchtliches regionales und sektorales Risiko im Bankensektor", sagte Bundesbankvorstandsmitglied Andreas Dombret am Montag laut Redemanuskript in Hamburg. Die Finanzierung der Schifffahrt in Deutschland sei in "schweres Fahrwasser geraten". Die Branche leidet unter Überkapazitäten und der Flaute im Welthandel.

Mitte 2012 hatten die wichtigsten Schiffsfinanziers der Branche laut Bundesbank etwas mehr als 100 Milliarden Euro geliehen. Die Bankenaufsicht analysiere die betroffenen Institute seit einiger Zeit "besonders aufmerksam", sagte Dombret. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat kürzlich eine Prüfung der größten Schiffsfinanzierer angestoßen. Darunter sind die Landesbanken HSH Nordbank und NordLB sowie die Commerzbank (Commerzbank Aktie).

Dem deutschen Bankensystem habe bislang die robuste Konjunktur geholfen, die Lasten aus den Problemgeschäftsfeldern wie der Schiffsfinanzierung aufzufangen, sagte Dombret. "Nun darf den vom aktuellen Niedrigzinsumfeld begünstigten Anreizen, Bilanzbereinigungen zu vertagen, nicht nachgegeben werden."

Ein Schlaglicht auf die brisante Lage hatte die Entscheidung der Commerzbank geworfen, sich komplett aus der Schiffsfinanzierung zurückzuziehen. Faule Kredite an die Branche sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Risikovorsorge in der internen "Bad Bank" der Commerzbank 2012 auf 1,4 Milliarden von 903 Millionen Euro angeschwollen ist.

Die richtigen Anreize setzen

Die Europäische Zentralbank müsse aus ihren außerordentlichen Maßnahmen aussteigen, sobald dies gerechtfertigt ist, warnte Dombret in seiner Rede weiter. Ein zu lange anhaltendes Umfeld niedriger Zinsen könne die Blasenbildung bei Vermögenswerten fördern.

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Quelle: Handelsblatt