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ROUNDUP: Preisauftrieb in Deutschland bleibt schwach

Flagge der Bundesrepublik Deutschland.
Flagge der Bundesrepublik Deutschland. pixabay.com pixabay.com

WIESBADEN (dpa-AFX) - In Deutschland fällt der Preisdruck auf verschiedenen Wirtschaftsstufen nach wie vor schwach aus. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden vom Dienstag ist der Preisauftrieb auf Verbraucherebene gegenwärtig so gering wie seit gut drei Jahren nicht mehr. Auf Ebene der Großhändler sind die Preise sogar rückläufig. In beiden Fällen sind insbesondere geringere Mineralölpreise für die Entwicklung verantwortlich.

Den Zahlen zufolge lagen die Verbraucherpreise im Oktober 1,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist der geringste Wert seit August 2010. Im Monatsvergleich sank das Preisniveau um 0,2 Prozent. Ölprodukte wie Heizöl oder Kraftstoffe waren im Durchschnitt sieben Prozent billiger als vor einem Jahr. Ohne derartige Güter hätte die Gesamtinflation 0,5 Prozentpunkte höher gelegen. Im Gegensatz dazu verteuerten sich Strom und Nahrungsmittel abermals deutlich.

Auf Ebene des Großhandels setzt sich der Preisrückgang unterdessen fort. Die Statistiker in Wiesbaden ermittelten für Oktober eine negative Jahresrate von 2,7 Prozent. Das ist das stärkste Minus seit fast vier Jahren. Auf Monatssicht fielen die Preise ungewöhnlich stark um 1,0 Prozent. Auch hier spielten fallende Mineralölpreise eine entscheidende Rolle, während Nahrungsmittal spürbar teurer waren.

Der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheidende Verbraucherpreisindex HVPI stieg ebenfalls um 1,2 Prozent. Eine erste Schätzung hatte eine etwas höhere Rate von 1,3 Prozent ergeben. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex wird im Gegensatz zum nationalen Index nach europäischer Methode berechnet. Nach dieser Rechnung liegt der Preisauftrieb in Deutschland zurzeit auf dem tiefsten Niveau seit einem halben Jahr. Allerdings liegt der entsprechende Wert von April mit 1,1 Prozent kaum tiefer als die aktuelle Rate. Einen noch schwächeren Preisdruck hatte es zuletzt Mitte 2010 gegeben.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seiner Inflationsrate im oberen Mittelfeld. Im Durchschnitt des Euroraums waren die Verbraucherpreise im Oktober um nur noch 0,7 Prozent gestiegen. Das ist deutlich weniger, als die EZB in der mittleren Frist anstrebt. Aus diesem Grund hatte die Notenbank am vergangenen Donnerstag - zur Überraschung von Beobachtern und Finanzinvestoren - ihren Leitzins auf ein neues Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Die Zinssenkung wird insbesondere in Deutschland massiv kritisiert./bgf/jkr

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Quelle: dpa-AFX