Ad hoc-Mitteilungen

ROUNDUP: Corona-Krise trifft HSBC mit voller Wucht - Aktie auf Tief seit 2009

Coronavirus
Coronavirus ©pixabay.com ©pixabay.com

LONDON (dpa-AFX) - Die britische Großbank HSBC rechnet wegen den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie mit einer Belastung von bis zu 13 Milliarden Dollar (Dollarkurs) durch Kreditausfälle. Die Risikovorsorge für faule Kredite und Abschreibungen auf Darlehen dürfte im laufenden Jahr 8 bis 13 Milliarden US-Dollar (bis zu 11 Mrd Euro) erreichen, teilte die stark in Asien engagierte britische Großbank am Montag in London mit. 2019 hatte dieser Posten die Bilanz lediglich mit rund 2,8 Milliarden Dollar belastet. Für 2020 hatte das Management bisher keine konkrete Prognose genannt, aber Ende April lediglich einen Anstieg auf bis zu elf Milliarden für realistisch gehalten. Der Kurs der HSBC-Aktie sackte am Montag deutlich ab.

Die Bankführung um HSBC-Chef Noel Quinn begründete die ungewöhnlich große Spanne ihrer Prognose mit der hohen Unsicherheit rund um die Corona-Pandemie und politische Konflikte wie den sich zuspitzenden Streit zwischen China und den USA. Im ersten Halbjahr erwischten die Corona-Krise und andere Probleme die Bank mit Wucht. Der Gewinn ging in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um rund drei Viertel auf zwei Milliarden Dollar zurück. Damit schnitt die HSBC noch schlechter ab, als Experten erwartet hatten.

Dies lag vor allem an dem Anstieg der Risikovorsorge und der Abschreibungen auf Kredite um 5,7 Milliarden Dollar auf 6,9 Milliarden Dollar. Die Erträge sanken trotz guter Geschäfte an den Kapitalmärkten um neun Prozent auf knapp 27 Milliarden Dollar. HSBC-Chef Quinn, der den Führungsposten erst vor Kurzem fest übernommen hatte, kündigte an, das bereits laufende Umbau- und Sparprogramm zu beschleunigen. Zudem soll die Dividendenpolitik überprüft werden. Mit Ergebnissen dazu ist erst Anfang kommenden Jahres bei der Vorlage der Zahlen für das Jahr 2020 zu rechnen.

An der Börse sorgten der Ausblick, die Zahlen und die Aussagen zur Dividende für weitere Verkäufe, nachdem das Papier bereits in der vergangenen Woche wegen negativer Nachrichten anderer Banken unter Druck geraten war. Der Kurs der HSBC-Aktie sank am Montag um weitere fünf Prozent und beschleunigte damit seine Talfahrt der vergangenen Tage, Wochen und Monate. Seit dem Zwischenhoch von knapp 800 Pence Anfang 2018 ging es für die Aktie um rund 60 Prozent nach unten. Inzwischen kostet das Papier so wenig wie seit 2009 nicht mehr.

Neben Corona bereitet den Verantwortlichen vor allem der sich immer weiter zuspitzende Konflikt zwischen China und den USA Kopfzerbrechen. Für eine Bank wie HSBC mit einem starken Geschäft in Asien und einem weltweiten Auftritt sei die Situation sehr herausfordernd, sagte Quinn. Dazu kommt die Pandemie, da die wirtschaftlichen Folgen der Krise auf die Erträge drücken. "Daher müssen wir die Kosten weiter senken", sagte Finanzchef Ewen Stevenson. Konkrete neue Einsparziele nannte das Management nicht. Die HSBC hatte im Februar angekündigt, rund 35 000 Stellen zu streichen, Geschäftsfelder zusammenzulegen und sich noch stärker auf Asien zu verlegen./zb/stw/mis

Der ARIVA.DE Newsletter
Bleiben Sie informiert mit dem wöchentlichen Marktüberblick.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.
Quelle: dpa-AFX