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Raffinerien in Deutschland produzieren deutlich weniger Kerosin

Anlagen der Petrochemie (Symbolbild).
Anlagen der Petrochemie (Symbolbild). pixabay.com pixabay.com

BERLIN (dpa-AFX) - Die Raffinerien in Deutschland mussten ihre Produktion im ersten Halbjahr wegen der Corona-Epidemie stark umstellen. Die Herstellung von Kerosin ging deutlich zurück, in den Monaten April bis Juni jeweils um mehr als zwei Drittel, teilte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Berlin mit. Weil der Flugverkehr weitgehend zum Erliegen kam, wurde kaum noch Kraftstoff für Flugzeuge nachgefragt. Die Raffinerien stellten ab März auch deutlich weniger Benzin und Diesel her.

Dagegen gab es eine erhebliche Nachfrage nach Heizöl, weil die Preise sehr niedrig waren. Die Heizöl-Produktion der Raffinerien erhöhte sich allein im April um 47 Prozent und im Mai um 91 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Auch gegenwärtig liegen die Preise für Heizöl so niedrig wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Für 100 Liter sind im bundesweiten Durchschnitt rund 44 Euro zu bezahlen (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer).

"In der schweren Wirtschaftskrise haben unsere Raffinerien ihre hohe Flexibilität unter Beweis gestellt", sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen. "Die Produktion wurde permanent an die sich stark ändernde Nachfrage angepasst." Die systemrelevante Branche sei zu jedem Zeitpunkt produktions- und lieferfähig gewesen.

Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich bei Kerosin ein Rückgang von 37 Prozent, bei Heizöl ein Plus von 21 Prozent. Der gesamte Ausstoß der vier Kernprodukte verringerte sich um 1,6 Prozent. Die Produktionszahlen der Raffinerien geben nicht den Verbrauch wieder, der erst in einigen Wochen veröffentlicht wird. Ein Teil der Produktion wird gelagert oder exportiert; umgekehrt werden auch Lagermengen entnommen oder Produkte importiert. Dennoch geben die Produktionszahlen einen guten Hinweis auf Markttrends./egi/DP/zb

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Quelle: dpa-AFX