Ad hoc-Mitteilungen

Metro im Umbruch: So sieht die Aufspaltung in Zahlen aus

Metro ist in den letzten Zügen seiner Abspaltung und legt nun auch getrennte Quartalszahlen vor. Die kamen bei den Anlegern am Mittwoch allerdings zunächst nicht sehr gut an.
Metro Cash & Carry Eingang.
Metro Cash & Carry Eingang. - © Metro AG

Metro sieht sich nach Ablauf des zweiten Quartals und kurz vor der Aufspaltung auf Kurs. Der Handelsriese soll in den Elektronikhändler Media-Saturn und einen Lebensmittelbereich aufgeteilt werden. Erstmals legte der Konzern für die beiden Bereiche deshalb am Mittwoch in Düsseldorf getrennte Quartalszahlen vor. Die zeigen, dass das Lebensmittelgeschäft die Erträge deutlich verbessern konnte, während es im Elektronikhandel Einbußen gab. Anleger reagierten am Mittwoch zunächst wenig erfreut auf die Quartalszahlen. Die im MDax notierte Aktie gab zuletzt deutlich nach.

Einbußen im Elektronikbereich, Zuwächse im Lebensmittelgeschäft

Der flächenbereinigte Umsatz der fortgeführten Aktivitäten von Metro wuchs im abgelaufenen Quartal um 0,3 Prozent. Diese umfassen im Wesentlichen die Vertriebslinie Media-Saturn und die zum fortgeführten Bereich gehörenden Holdingfunktionen. Künftig sollen diese unter dem Namen Ceconomy firmieren. Insbesondere Media-Saturn entwickelte sich mit einem Plus von 3,4 Prozent in Sachen Umsatz im abgelaufenen Quartal positiv. Das operative Ergebnis vor Sonderfaktoren ging dagegen auf ein Minus von 19 Millionen Euro zurück. Ein deutlicher Rückgang, vergleicht man dies mit 38 Millionen Euro Plus im Vorjahreszeitraum. Hohe Investitionen in den Umbau sowie Rabattaktionen seien maßgeblich für den Ergebnisrückgang verantwortlich.

Die beiden Töchter Metro Cash & Carry und die Supermarktkette Real werden in den Quartalszahlen als nicht fortgeführte Aktivitäten ausgewiesen. Insgesamt ging der Umsatz hier im zweiten Quartal um 1,1 Prozent zurück. Vor allem Real habe, auch aufgrund negativer Kalendereffekte, an einem Umsatzschwund gelitten. Der berichtete Umsatz wuchs allerdings insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro an. Insbesondere der russische Rubel habe hier positive Auswirkungen auf das Ergebnis gehabt und auch Akquisitionen bei Metro Cash & Carry konnten den Umsatzrückgang bei Real etwas kompensieren. Insgesamt erreichte das operative Ergebnis, auch dank Immobiliengeschäften, eine Höhe von 90 Millionen Euro – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit einem Verlust von 27 Millionen Euro.

Aufspaltung auf der „Zielgeraden“

„Wir haben im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 den positiven Trend in der Umsatzentwicklung bei Metro Cash & Carry und MediaMarktSaturn fortgesetzt. Die Transformation der Metro Group in ein kundenzentriertes Unternehmen schreitet weiter voran.“, sagte Metro-Chef Olaf Koch. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden zur Aufteilung der Metro Group in zwei starke, erfolgreiche und strategisch fokussierte Unternehmen.“, so Koch weiter. Bei der Hauptversammlung Anfang Februar wurde die Aufspaltung des Konzerns in zwei unabhängige Gesellschaften beschlossen, die beide künftig im MDax notiert sein sollen. Im Sommer soll der Lebensmittelhandel vom Rest-Konzern abgetrennt werden. Anteilseigner der „alten“ Metro sollen dabei in einem 1:1-Verhältnis Aktien der neuen Gesellschaft erhalten. Media-Saturn soll dagegen bei der bisherigen Metro verbleiben und künftig zur Ceconomy-Holding gehören. Umsatz und operatives Ergebnis von Ceconomy sollen nach Angaben von Metro im Laufe des Geschäftsjahres 2016/17 leicht zulegen.

Machtkampf mit Kellerhals

Ganz ohne Schwierigkeiten läuft die Aufspaltung des MDax-Konzerns nicht ab: Der Media-Saturn Minderheitseigner Erich Kellerhals geht juristisch gegen die Pläne des Konzerns vor. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat deshalb für den 22. Juni eine Anhörung in dem Fall angesetzt. Der Handelskonzern bleibt allerdings optimistisch und geht davon aus, dass das Gericht im Sinne des Unternehmens entscheiden wird. Kellerhals hält rund 21 Prozent der Anteile an Media-Saturn und liegt schon seit Jahren im Klinch mit dem Mehrheitseigner Metro. Dabei geht es vor allem um die Machtverteilung beim Elektronikhändler.

Anleger reagierten im frühen Handel am Mittwoch nicht sehr positiv auf die zweierlei Quartalszahlen von Metro. Für die im MDax notierte Aktie ging es deshalb am Vormittag abwärts. Zuletzt notierte sie mit 2,03 Prozent deutlich im Minus bei 29,985 Euro und war damit der zweitschwächste Wert im MDax.

Der ARIVA.DE Newsletter
Bleiben Sie informiert mit dem wöchentlichen Marktüberblick.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.