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EY-Studie der Automobilkonzerne: BMW bei der Marge klar vorn

BMW mit der besten Marge, Toyota mit den meisten Verkäufen und Volkswagen mit den größten Umsätzen: Dieses Bild hat die Beratungsgesellschaft EY für den weltweiten Automobilmarkt gezeichnet. Die Branchenexperten bei EY rechnen damit, dass sich der Wettbewerb in den kommenden Monaten in diesem Sektor deutlich verschärfen wird. Bei den deutschen Konzernen könnte der große Anteil von Dieselfahrzeugen am Gesamtabsatz zum Problem werden.
Eine Reihe Automobile bei einem Händler
Eine Reihe Automobile bei einem Händler - © welcomia Shutterstock.com

Der BMW-Konzern bleibt der profitabelste Autokonzern der Welt. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) Ende August veröffentlicht hat. Die EBIT-Marge des Herstellers aus der bayerischen Landeshauptstadt stieg demnach im zweiten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 10,5 auf 10,9 Prozent. Diese Kennzahl gibt den Anteil des operativen Ergebnisses (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) am Umsatz eines Unternehmens an und spiegelt damit, wie profitabel das betrachtete Unternehmen in der beobachteten Periode gewesen ist. Konkurrent Toyota musste laut Studie im zweiten Quartal 2016 einen Margenrückgang auf 9,7 Prozent hinnehmen (Vorjahr: 10,8 Prozent). Damit landete Toyota in der Untersuchung auf Rang zwei. Bezogen auf die operative Marge schnitt Daimler (8,4 Prozent) als drittbester Konzern ab.

Quartalsweise untersuchen die Wirtschaftsprüfer von EY die Bilanzkennzahlen der 16 weltweit größten Automobilkonzerne. Für das zweite Quartal sei zu beobachten gewesen, dass der weltweite Automarkt einen Gang zurückgeschaltet hat, sagt Peter Fuß, Partner bei EY. „Nachdem die Umsätze der größten Autokonzerne im Vorjahresquartal noch um zehn Prozent nach oben geschnellt waren, legten sie im abgelaufenen Quartal gerade einmal um ein Prozent zu. Einige wichtige Absatzmärkte – etwa Russland und Brasilien – befinden sich in einer tiefen Krise, in den USA stagnieren die Verkäufe auf hohem Niveau, derzeit sorgen nur noch Westeuropa und China für Wachstum.“

Toyota verzeichnet größten Absatz 

Gemessen an dem Gesamtumsätzen ist Volkswagen im abgelaufenen Quartal an Toyota vorbeigezogen. Während VW trotz Dieselgate seinen Umsatz im Beobachtungszeitraum auf 57 Milliarden Euro steigern konnte, musste Toyota einen Umsatzrückgang von sechs Prozent auf umgerechnet 54 Milliarden Euro verbuchen. Drittstärkster Konzern im Umsatzvergleich ist Daimler: Der Autobauer aus Baden-Württemberg setzte Waren und Dienstleistungen im Wert von knapp 39 Milliarden Euro um.

Ob VW der Titel des größten Autobauers der Welt zusteht, bleibt auch nach der neuesten EY-Untersuchung Ansichtssache - denn in Puncto PKW-Absatz hatte Toyota die Nase vorn. Toyota verkaufte im zweiten Quartal laut EY 2,53 Millionen PKW, Volkswagen auf Platz zwei 2,46 Millionen Autos. Den drittbesten Absatz verzeichnete General Motors (2,4 Millionen PKW). Die selbe Reihenfolge ergibt sich, legt man den operativen Gewinn als Maßstab an: Auch beim EBIT lag Toyota (5,26 Millionen Euro) vor Volkswagen (3,26 Millionen Euro) und GM (2,78 Milliarden Euro).

Wettbewerbsdruck könnte weiter steigen

EY-Partner Peter Fuß rechnet für die zweite Jahreshälfte mit einer weiterhin schwachen Wachstumsdynamik auf dem weltweiten Neuwagenmarkt. In den USA wachse der Markt vorläufig nicht mehr, und auch in Europa gäbe es kaum Luft nach oben. „Die Autokonzerne müssen sich auf niedrigere Zuwächse einstellen – der Verdrängungswettbewerb dürfte zunehmen“, sagt Fuß. Für die deutschen Autobauer käme erschwerend hinzu, dass bei ihnen Diesel-Modelle einen besonders hohen Anteil am Gesamtabsatz haben. Diesel-Fahrzeuge hätten zunehmend ein Image-Problem „Der Dieselantrieb steht derzeit massiv unter Druck, die Diskussionen über ein Diesel-Fahrverbot in Innenstädten oder über den Abbau von steuerlichen Vergünstigungen sorgen für Verunsicherung bei den Käufern. Obendrein dürften sich Dieselfahrzeuge aufgrund zusätzlicher technischer Maßnahmen zur Abgasreinigung und angesichts strengerer Grenzwerte und neuer Messmethoden zukünftig verteuern“, sagt Fuß. Er rät den deutschen Autobauern, ihr Engagement für Elektromobilität und für Innovationen im Bereich Vernetzung und Autonomes Fahren massiv zu erhöhen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

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