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Designierter BoE-Chef Carney: Ausstieg aus Krisenpolitik muss sachte erfolgen

Britisches Pfund: Münzen und Banknoten.
Britisches Pfund: Münzen und Banknoten. pixabay.com pixabay.com

LONDON (dpa-AFX) - Der künftige Notenbankchef Großbritanniens, Mark Carney, hat die Relevanz eines geordneten Ausstiegs aus der Krisenpolitik hervorgehoben. Jede Rückführung unkonventioneller Maßnahmen der Geldpolitik müsse in einer Art und Weise erfolgen, dass Störungen an den Finanzmärkten ausblieben. Das sagte Carney am Donnerstag während einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des britischen Parlaments. Auf eine baldige Kursänderung der hochexpanxiven Geldpolitik der Bank of England deuteten die Aussagen indes nicht hin.

Die Marktreaktion fiel dennoch deutlich aus. Britische Staatsanleihen gerieten spürbar unter Druck, das britische Pfund legte zu. Offensichtlich zeigten sich einige Marktteilnehmer enttäuscht von den Äußerungen. Die Erwartungen an die Rede Carneys waren sehr hoch.

Carney, derzeitiger Vorsitzender der Bank of Canada, war in den vergangenen Monaten mehrfach mit offensiven Äußerungen aufgefallen. Besondere Aufmerksamkeit erlangte er, als er Ende vergangenen Jahres die Orientierung der Geldpolitik an der Preisentwicklung in Frage stellte. Stattdessen warf Carney die Frage auf, ob nicht eine stärke Fokussierung auf das Wirtschaftswachstum sinnvoll sei. Unter Ökonomen stellt "growth targeting" von Notenbanken eine Mindermeinung dar.

Dass Carney die Geldpolitik der Bank of England derart revolutionieren wird, gilt unter Beobachtern indes als unwahrscheinlich. Erwartet wird eher, dass er - ähnlich wie US-Notenbankchef Ben Bernanke - großen Wert auf eine zukunftsorientierte Kommunikationsstrategie legen wird, insbesondere mit Blick auf die Leitzinsen. Auch eine noch flexiblere Handhabung des Inflationsziels von zwei Prozent, dass die Bank of England seit langem verfehlt, gilt als möglich./bgf/jsl

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Quelle: dpa-AFX