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Weidmann: Zusätzliche Lockerung nicht notwendig - keine Spaltung im EZB-Rat

Das Euro-Zeichen vor dem Gebäude der EZB.
Das Euro-Zeichen vor dem Gebäude der EZB. © arturbo / E+ / Getty Images © arturbo / E+ / Getty Images

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bundesbankchef Jens Weidmann hat sich gegen eine schnelle zusätzliche Lockerung der Geldpolitik im Euroraum ausgesprochen. "Der Rat der EZB hat doch gerade erst die Geldpolitik weiter gelockert, da halte ich es nicht für sinnvoll, gleich schon die nächste Runde einzuläuten", sagte Weidmann der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag). Die Europäische Zentralbank (EZB) könne zwar noch mehr tun, doch dies sei nicht angebracht.

"Technisch sind wir sicher nicht am Ende unserer Möglichkeiten. Die Frage aber ist: Was ist sinnvoll?" Die Debatte über weitere Maßnahmen lenke von den eigentlichen Krisenursachen ab, sagte Weidmann. Beobachter diskutieren zurzeit, welche Möglichkeiten der EZB angesichts von Leitzinsen nahe Null bleiben. Genannt werden insbesondere negative Zinsen auf Bankeinlagen bei der EZB, die Abschaffung der Mindestreservepflicht oder eine neue Runde langlaufender Notkredite für Geschäftsbanken (LTRO). EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hatte unlängst auch die Option breitangelegter Wertpapierkäufe ins Gespräch gebracht.

Weidmann äußerte unterdessen Verständnis für die jüngste Zinssenkung der EZB. "In der Tat haben wir es mit sehr moderaten Inflationsaussichten zu tun, und daher ist eine expansive Geldpolitik gerechtfertigt", sagte er. Es sei vor allem um den Zeitpunkt des Zinsschritts gegangen und nicht um die Entscheidung als solche. Weidmann hatte der Zinssenkung auf ein neues Rekordtief bei 0,25 Prozent nicht zugestimmt. Die EZB begründete die Senkung mit dem schwachen Preisauftrieb im Währungsraum.

Berichte, wonach der Rat der Notenbank gespalten sei, wies Weidmann zurück: "Es ist gut, wenn wir im Rat um die richtige Entscheidung ringen, denn das führt am Ende zu besseren Ergebnissen." Kontroverse Debatten gebe es auch bei anderen Notenbanken wie der Federal Reserve oder der britischen Zentralbank. "Doch darüber wird viel unaufgeregter berichtet."/bgf/jkr

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Quelle: dpa-AFX