Ad hoc-Mitteilungen

ROUNDUP: Ölkonzern BP halbiert Quartalsdividende - Aktie steigt trotzdem

Eine Bohrinsel im Meer (Symbolbild)
Eine Bohrinsel im Meer (Symbolbild) © nielubieklonu / iStock / Getty Images Plus / Getty Images © nielubieklonu / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

LONDON (dpa-AFX) - Der Ölkonzern BP (BP Aktie) senkt das erste Mal seit 10 Jahren die Quartalsdividende. Die Corona-Pandemie hat das Ölgeschäft auf den Kopf gestellt, die Nachfrage sei weiter belastet, weshalb der Konzern im zweiten Quartal einen Milliardenverlust verbuchen müsse. Außerdem gab BP seine neuen Ziele bekannt, um schneller auf umweltfreundlichere Energien umzustellen.

Die Aktie des Ölkonzerns stieg am Vormittag in London um mehr als 7 Prozent auf 301,68 Pence. Der Ölkonzern habe trotz schwieriger Bedingungen im zweiten Quartal überzeugt, schrieb Analyst Michele della Vigna von der US-Investmentbank Goldman Sachs (Goldman Sachs Aktie) in einer Einschätzung. Die Dividende werde zwar halbiert, doch durch Aktienrückkäufe begleitet.

Die Aktionäre müssen sich jetzt mit deutlich weniger zufrieden geben: BP zahlt seinen Aktionären für das zweite Quartal nur noch 5,25 US-Cent pro Aktie, im Vorquartal waren das noch 10,5 Cent, wie der Konzern am Dienstag in London mitteilte. Damit liegt die Dividende unter dem Wert, den Analysten erwartet hatten.

Die Bewertungsveränderungen bei Ölreserven ausgeklammert, hat der Konzern im zweiten Quartal einen um Sonderposten bereinigten Verlust von 6,68 Milliarden Dollar (Dollarkurs) eingefahren, nach einem Gewinn von 2,8 Milliarden ein Jahr zuvor. Analysten hatten allerdings ein noch schlechteres Ergebnis erwartet. Ohne diese Bereinigungen und inklusive der Bewertungseffekte bei Vorräten lag der Nettoverlust, der auf die Aktionäre entfällt, unterm Strich bei 16,8 Milliarden Dollar.

BP musste bereits im ersten Quartal dieses Jahres durch den Ölpreisverfall und die gesunkene Nachfrage im Zuge der Coronavirus-Pandemie heftige Gewinneinbußen hinnehmen. Die weltweite Nachfrage nach Öl (Rohöl) liege in diesem Jahr voraussichtlich 8 bis 9 Millionen Barrel pro Tag unter dem Bedarf im vergangenen Jahr. Außerdem sieht BP die Gefahr, dass die Pandemie dauerhafte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat und die Energienachfrage über einen längeren Zeitraum schwächer ausfällt.

Die Raffineriemargen blieben im Juli weiter unter Druck. BP hat mit hohen Lagerbeständen zu kämpfen, vor allem die Nachfrage nach Flugkraftstoff sei weiterhin niedrig. Aufgrund der Corona-Pandemie war das Raffinerie-Umfeld in der Branche so schwach wie seit 15 Jahren nicht mehr, wie der Konzern mitteilte.

In diesen unsicheren Zeiten will BP schneller auf klimafreundlichere Energien umsteigen und kündigte an, seine Kohlenwasserstoffproduktion bis 2030 um bis zu 40 Prozent zu kürzen, und gleichzeitig seine Investitionen in kohlenstoffarme Energien deutlich steigern. Diese sollen bis 2030 verzehnfacht werden und jährlich 5 Milliarden Dollar erreichen./knd/men/fba

Der ARIVA.DE Newsletter
Bleiben Sie informiert mit dem wöchentlichen Marktüberblick.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.
Quelle: dpa-AFX