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ROUNDUP: Chef von Elektronikriese Samsung kann sein Vermögen behalten

Ein Smartphone der Marke Samsung.
Ein Smartphone der Marke Samsung. pexels.com pexels.com

SEOUL (dpa-AFX) - In einem Erbschaftsstreit um Aktien im Milliardenwert hat sich der Vorsitzende des Elektronikherstellers Samsung und Südkoreas reichster Mann, Lee Kun Hee, vor Gericht gegen seine Geschwister durchgesetzt. Das zentrale Bezirksgericht in Seoul entschied am Freitag in erster Instanz, dass der 71-jährige Lee seine Anteile an Unternehmen der Samsung-Gruppe nicht mit seinen Geschwistern teilen muss. Deren Erbschaftsansprüche als Kläger seien verjährt. Einige Anteile könnten zudem nicht als Teil der Erbschaft ihres Vaters und Firmengründers Lee Byung Chull angesehen werden. Es ging um Forderungen in Höhe von knapp 4,1 Billionen Won (etwa 2,75 Milliarden Euro).

Lees älterer Bruder Lee Maeng Hee wirft dem Samsung-Vorsitzenden vor, sich die Anteile hinter dem Rücken der Geschwister angeeignet zu haben, die ihr Vater nach seinem Tod 1987 hinterlassen habe. Lee Kun Hees ältere Schwester Lee Sook Hee sowie die Familie eines verstorbenen weiteren Bruders hatten ebenfalls gegen Lee Kun Hee und Samsung Everland, die De-facto-Holdinggesellschaft des größten südkoreanischen Mischkonzerns, geklagt. Die Geschwister erklärten, erst durch ein Korruptionsverfahren im Jahr 2008 gegen Lee Kun Hee von den Besitztümern ihres Bruders Kenntnis erlangt zu haben. Lee war damals der Steuerhinterziehung schuldig befunden worden.

Ein Sieg der Kläger hätte nach Ansicht von Beobachtern zu einer Neuordnung des komplizierten Geflechts von gegenseitigen Beteiligungen der Samsung-Tochterunternehmen geführt. Das Samsung-Konglomerat besteht aus rund 60 Einzelfirmen. An Samsung Electronics, dem Flaggschiff der Gruppe und weltgrößten Hersteller von Speicherchips, Handys, und Fernsehern, hält Lee Kun Hee weniger als vier Prozent der Anteile. Doch durch seine Beteiligungen und die seiner Familie bei Samsung Everland und beim Versicherer Samsung Life übt Lee auch zum großen Teil Kontrolle an den anderen Unternehmen des Konzerns aus./dg/DP/kja

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Quelle: dpa-AFX