Ad hoc-Mitteilungen

ROUNDUP: Bundesbank begrüßt Liikanen-Vorschläge für Banken-Reform

Blick auf die Frankfurter City. Die Mainmetropole ist einer der wichtigsten europäischen Finanzplätze.
Blick auf die Frankfurter City. Die Mainmetropole ist einer der wichtigsten europäischen Finanzplätze. pixabay.com pixabay.com

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesbank begrüßt im Grundsatz Vorschläge der "Liikanen-Kommission" für eine Trennung des risikoreichen Handels- vom Einlagengeschäft in Banken. "Eine funktionale Trennung kann helfen, das in Einlagenkreditinstituten betriebene klassische Bankgeschäft einschließlich des Zahlungsverkehrsgeschäfts vor Risiken zu schützen, die sich aus dem spekulativen Eigenhandel ergeben", schreibt Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret in einer Stellungnahme für ein Fachgespräch des Bundestags-Finanzausschusses an diesem Mittwoch in Berlin.

Der Vorschlag habe aber auch Nachteile und bringe Schwierigkeiten mit sich, mahnt Dombret. Die abzutrennenden Geschäfte und Ausnahmeregelungen müssten eindeutig definiert werden, um eine Umgehung zu verhindern. Fraglich sei zudem, ob die Stabilitätsgewinne durch die funktionale Trennung so hoch sind wie angenommen. Kosten und Nutzen sollten abgewogen werden.

Eine Trennung könne nur eine Maßnahme zur Sicherung der Finanzstabilität sein. Entscheidend seien eine angemessene Kapital- und Liquiditätsausstattung und ein glaubwürdiges Abwicklungsregime. Das müsse Haftung auch für Gläubiger einschließen und "letztlich ein unfreiwilliges Ausscheiden aus dem Markt zu einem realistischen Szenario und damit einer glaubwürdigen Drohung" machen.

Eine Expertengruppe der EU-Kommission unter Leitung des finnischen Notenbankpräsidenten Erkki Liikanen schlägt vor, dass Großbanken die besonders riskanten Teile ihres Investmentbankings abtrennen und in eine Tochtergesellschaft auslagern. Kundengelder sollen so besser geschützt werden. Noch vor EU-Beschlüssen hatte die Bundesregierung einen eigenen Gesetzentwurf vorgelegt.

Die Liikanen-Gruppe strebt laut Dombret zu Recht kein striktes Trennbankensystem an, sondern wolle das in Deutschland bewährte Universalbankensystem im Prinzip erhalten. Kritisch sei, dass die Debatte unter der Bezeichnung "Trennbanken" geführt werde./sl/DP/jkr

Der ARIVA.DE Newsletter
Bleiben Sie informiert mit dem wöchentlichen Marktüberblick.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.
Quelle: dpa-AFX