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ROUNDUP: Allianz gegen 'weiße Flecken' - Mobilfunkbetreiber arbeiten zusammen

Hochwasser-Sperrzone der Feuerwehr (Symbolbild).
Hochwasser-Sperrzone der Feuerwehr (Symbolbild). pixabay.com pixabay.com

BERLIN (dpa-AFX) - Allianz (Allianz Aktie) gegen "weiße Flecken" beim Mobilfunk: Die Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom (Deutsche Telekom Aktie) , Telefónica Deutschland und Vodafone wollen ihre Kräfte bündeln, um Funklöcher schnellstmöglich zu schließen. Die Unternehmen wollen bis zu 6000 neue Mobilfunkstandorte koordiniert aufbauen und nutzen, wie sie am Montag mitteilten.

Die Firmen unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung. Ziel sei eine "bestmögliche mobile Breitbandversorgung" für die Kunden in ganz Deutschland, insbesondere auf dem Land und entlang der Verkehrswege auf Straßen, Schienen und Flüssen. Deren Versorgung war den Betreibern im Zuge der 5G-Frequenzauktion auferlegt worden.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bezeichnete die geplante Kooperation als richtigen Schritt, um Funklöcher in Deutschland zu schließen. Davon würden insbesondere ländliche Regionen profitieren. "Damit wird verlässliches Telefonieren und Surfen endlich auf Autobahnen oder in Zügen möglich."

Die angestrebte Zusammenarbeit soll den Betreibern zufolge dazu dienen, auf "wirtschaftlich tragbarem Weg" weitgehend Funklöcher in wenig besiedelten Regionen und entlang von Verkehrswegen zu schließen. Mit einem gemeinsamen Aufbau zusätzlicher Funkmasten und

-türme sowie deren technischer Versorgung und Nutzung sollen

"signifikant" Zeit und Kosten gespart werden.

Netzbetreiber hatten im Sommer insgesamt rund 6,5 Milliarden Euro für die Frequenzen für den superschnellen neuen Mobilfunkstandard 5G bezahlt. Sie hatten danach kritisiert, es stehe nun zu wenig Geld für den Ausbau zur Verfügung. Bereits vor der Auktion hatten die Betreiber zudem gegen Auflagen geklagt - die laufenden Klagen sollen aufrechterhalten werden, hieß es am Montag.

Geplant ist, dass die Firmen eine gleiche Anzahl neuer Standorte errichten, die dann von den Kooperationspartnern nach Bedarf zu gleichen Bedingungen genutzt und mit eigenen Antennen und Netztechnologie ausgerüstet werden können. Spätestens im Frühjahr 2020 sollen laut Erklärung die weiteren Details der Kooperation vertraglich festgelegt werden.

Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner nannte die Zusammenarbeit einen "Meilenstein" für den Netzausbau in Deutschland: "Infrastruktur zu teilen ist für uns nicht neu, in diesem Umfang aber ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung." Der Chef von Telefónica Deutschland, Markus Haas, wird mit den Worten zitiert: "Gemeinsam werden wir Deutschland bei der Digitalisierung einen bedeutenden Schritt voranbringen." Der Chef von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter, sagte, von der Allianz sollten hunderttausende profitieren.

Weiter hieß es, der Netzbetreiber 1&1 Drillisch (Drillisch Aktie) sei eingeladen, sich an dem "kooperativen Netzausbau" zu beteiligen. "Voraussetzung ist die Bereitschaft, in gleichem Umfang am Ausbau mitzuwirken." Ein Sprecher des Mutterkonzerns von 1&1 Drillisch, United Internet (United Internet Aktie) , sagte: "Die drei anderen Netzbetreiber haben uns über ihre Pläne informiert und die grundsätzliche Einladung ausgesprochen, uns zu beteiligen. Die Details sollen uns kurzfristig zukommen, anschließend werden wir über eine Beteiligung entscheiden."

Minister Scheuer hatte vor kurzem Eckpunkte für eine Mobilfunkstrategie vorgelegt, die bei einer "Digitalklausur" der Bundesregierung am 17. und 18. November erarbeitet werden soll. Ziel ist es, dass Deutschland beim Mobilfunk eine "internationale Spitzenposition" auf Basis einer flächendeckenden 4G-Versorgung erreicht. Mit einer flächendeckenden 4G-Versorgung soll auch eine wichtige Voraussetzung für den 5G-Ausbau geschaffen werden.

Dabei soll es zentral um die Versorgung von Orten gehen, die ohne staatliche Hilfe auf längere Sicht keine Perspektive für ein Mobilfunknetz hätten. Die Regierung kündigte bereits an, dazu eine Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft gründen zu wollen, die wenn nötig selbst Aufträge vergeben soll./hoe/DP/jsl

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Quelle: dpa-AFX