Palladium kommt zurück

London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Auf den Höhenflug folgte die Ernüchterung. Der Palladiumpreis, der in diesem Jahr bereits eine beeindruckende Rally hinlegte, die bis zum Allzeithoch bei 1.615 US-Dollar/Unze führte, erlebte danach sein (kleines) Waterloo. Um knapp 280 Dollar ging es binnen weniger Handelstage bergab. Viele Anleger haben offenbar Gewinne mitgenommen und dem hohen Preis letztlich doch nicht ganz getraut. Aufgrund der geringen Größe und Liquidität des Marktes können allerdings bereits wenige Verkaufsorders große Wirkung entfalten. Aktuell notiert die Feinunze des Edelmetalls immerhin wieder bei 1.378 US-Dollar auf dem Preisniveau von Anfang Februar.

Als Auslöser des Preiseinbruchs wurden am Markt enttäuschende Konjunkturdaten genannt. Besonders die schwachen Daten vom chinesischen und amerikanischen Automarkt belasteten die Notiz. Rund 80 Prozent der Nachfrage nach dem Metall kommen aus der Autoindustrie. Allerdings, darauf machen Analysten der Commerzbank aufmerksam, dürfte der Bedarf aus der Automobilindustrie trotz schwächerer Verkäufe wieder steigen: Aufgrund strengerer Abgasvorschriften dürfte sich der Einsatz in Autokatalysatoren kurzfristig erhöhen. Auch die neuen Abgastest erforderten einen höheren Bedarf des Metalls.

Wie geht es nach den jüngsten Wellenbewegungen beim Palladiumpreis weiter? Eine erneute Schwächephase ist zwar möglich, dürfte aber nur von kurzfristiger Dauer sein. Der Markt seit sieben Jahren im Angebotsdefizit. Der Metallhändler Johnson Matthey schätzt dieses in seinem letzten Marktbericht auf 29.000 Unzen, nach 787.000 Unzen im Jahr zuvor. Der geringere Fehlbetrag sei aber lediglich Sonderfaktoren auf dem ETF-Markt geschuldet, die sich nicht wiederholen sollten. Die Produktion kann ohnehin nicht einfach ausgebaut werden, da Palladium ein Nebenprodukt der Förderung von Metallen wie Nickel und Platin ist. Mit Blick auf die Nachfrage und die Versorgung des Marktes ist demnach nicht davon auszugehen, dass es einen Rücksturz bis auf die Preisniveaus des Jahres 2016, als die Unze nur rund 600 Dollar kostete, gibt.

Die UBS geht davon aus, dass sich der Preis in den kommenden Monaten wieder bis auf rund 1.595 Dollar nach oben arbeiten wird. Für das laufende Jahr erwarten die Schweizer Analyte eine Unterversorgung des Marktes um 691.000 Unzen. (bislang hatten sie ein Defizit von 564.000 Unzen erwartet). Auch für die Folgejahre heben die UBS-Analysten ihre Erwartungen für die Angebotslücke um jeweils 8 bis 19 Prozent an.

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