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Nach 'FR'-Übernahme Stellen bei 'Berliner Zeitung' bedroht

Das Brandenburger Tor in der deutschen Hauptstadt Berlin.
Das Brandenburger Tor in der deutschen Hauptstadt Berlin. pixabay.com pixabay.com

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Nach der Übernahme der angeschlagenen "Frankfurter Rundschau" stehen auch beim Berliner Verlag Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH ("FAZ") und die Frankfurter Societät GmbH erklärten am Donnerstag, der bislang in Berlin produzierte "FR"-Mantel solle neu strukturiert werden. "Wir wollen den Mantel selbst machen und eine eigenständige überregionale Redaktion aufbauen", kündigte Hans Homrighausen, der Geschäftsführer der Frankfurter Societät, an. In den vergangenen zwei Jahren hatte diese Aufgabe der Berliner Verlag übernommen.

Bisheriger Eigentümer der "FR" war das Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg, das auch die "Berliner Zeitung" herausgibt. Dessen Sprecher Wolfgang Brüser bestätigte der dpa in Berlin am Donnerstag, dass im Falle des Mantelverzichts die bereits Ende November bekanntgegebenen Szenarien greifen. Damals hieß es, 46 Stellen fielen weg, sollte die "FR" bei Weiterbestehen keinen Bedarf mehr an einer Redaktionszusammenarbeit mit Berlin haben. "Sollte es also so kommen, wie es jetzt aussieht, dann wird die Geschäftsführung auf den Betriebsrat zugehen und die Verhandlungen beginnen", sagte Brüser.

Bislang bekam die "FR" ihre Mantelinhalte aus Berlin, von einem Pool mit 27 Autoren. Künftig würde dieser mehr als halbiert. Die zusätzliche 20-köpfige Gemeinschaftsredaktion für die Herstellung der Mantelteile würde komplett gestrichen, und zudem stehen weitere 12 Stellen der "Berliner Zeitung" auf der Kippe, listete der Verlag Ende November auf. An den Zahlen hat sich laut Brüser nichts geändert,

Einige dieser Mitarbeiter könnten aber auch in der neuen "FR"-Redaktion aufgenommen werden, die in den kommenden Monaten in Frankfurt aufgebaut werden soll. "Es laufen derzeit Gespräche", sagte Homrighausen. "Wir beraten dabei auch darüber, wie die weitere Zusammenarbeit aussehen könnte." In den kommenden drei Monaten sei die Lieferung aus Berlin zunächst gesichert.

Die insolvente "Frankfurter Rundschau" wird nach jahrelanger Krise und hohen Verlusten künftig unter dem Dach von "FAZ" und Frankfurter Societät produziert./mov/jus/DP/edh

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Quelle: dpa-AFX