Ad hoc-Mitteilungen

Gericht macht Weg für Vetter an Commerzbank-Aufsichtsratsspitze frei

Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit (Symbolbild).
Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit (Symbolbild). pixabay.com pixabay.com www.pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Weg für Hans-Jörg Vetter an die Spitze des Commerzbank (Commerzbank Aktie) -Aufsichtsrats ist frei. Das Amtsgericht Frankfurt habe den früheren Chef der Landesbank Baden-Württemberg als Mitglied in das Kontrollgremium bestellt, sagte eine Commerzbank-Sprecherin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Erst am Montag hatte der Aufsichtsrat des Geldhauses den 67-Jährigen einstimmig zum neuen Chefaufseher gewählt - unter der Bedingung, dass das zuständige Gericht ihn später in das Kontrollgremium bestellt.

Vetter löst Vorgänger Stefan Schmittmann ab, der zum 3. August abtrat. Der frühere Landesbanker Vetter hat sich seiner Zeit an der Spitze der Landesbank Baden-Württemberg und der Bankgesellschaft Berlin einen Ruf als Sanierer erworben, der auch vor weitreichenden Jobstreichungen nicht zurückschreckt. Vetter soll nun den Konzernumbau bei der renditeschwachen Commerzbank vorantreiben. Wichtigste Aufgabe von Vetter wird es aber sein, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Konzernchef Martin Zielke zu finden.

Als aussichtsreiche interne Kandidaten gelten Finanzvorständin Bettina Orlopp sowie Firmenkundenvorstand Roland Boekhout, ehemals Chef der Direktbank ING -Diba (heute ING Deutschland). Zudem muss Vetter mit dem Commerzbank-Großaktionär Cerberus zurechtkommen, der am Montag noch versucht hatte, seine Wahl zu verhindern.

Konzernchef Zielke sowie der frühere Chefaufseher Stefan Schmittmann hatten Anfang Juli nach Kritik von Investoren ihren Rücktritt angekündigt. Cerberus hatte dem Management öffentlich vorgeworfen, "über Jahre eklatant versagt" zu haben. Den Vertrag mit Zielke wird die Bank spätestens zum 31. Dezember 2020 vorzeitig auflösen.

Die Führungskrise traf die Commerzbank mitten in der Debatte um eine neue Strategie. Auf dem Tisch liegen dem Vernehmen nach Pläne, Stellenabbau und Filialschließungen deutlich zu verschärfen. Ursprünglich wollte die Commerzbank mit den Zahlen für das zweite Quartal an diesem Mittwoch auch eine neue Strategie vorlegen. Im Vordergrund steht aber nun die Neubesetzung der Konzernspitze./als/DP/stk

Der ARIVA.DE Newsletter
Bleiben Sie informiert mit dem wöchentlichen Marktüberblick.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.
Quelle: dpa-AFX