Ad hoc-Mitteilungen

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 26.02.2013 - 17.00 Uhr

Mann mit Wirtschaftszeitung (Symbolbild).
Mann mit Wirtschaftszeitung (Symbolbild). pixabay.com pixabay.com

Patt nach Wahlen in Italien - Lager blockieren sich

ROM - Italien droht nach der Schicksalswahl eine wochenlange Hängepartie bei der Regierungsbildung mit unabsehbaren Folgen für den Euro. Da keines der politischen Lager in beiden Parlamentskammern eine ausreichende Mehrheit hat und sich mehrere Bündnisse blockieren, wächst in ganz Europa die Sorge vor einer Unregierbarkeit des Krisenlandes. Neuwahlen wären ein Ausweg. Rom blickt nun auf Staatspräsident Giorgio Napolitano, der die nächsten Schritte einleiten muss. An den Finanzmärkten folgte die Reaktion prompt. Die Renditen auf italienische Staatsanleihen zogen an, der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang Januar und an den Aktienmärkten gaben die Kurse deutlich nach.

INTERVIEW: Allianz-Chefvolkswirt erwartet kein Auflammen der Euro-Schuldenkrise

FRANKFURT - Die internationalen Finanzmärkte haben am Dienstag mit einem Kurseinbruch auf die Wahlen in Italien reagiert. Trotz eines knappen Siegs des Mitte-Links-Lagers von Pier Luigi Bersani im Abgeordnetenhaus droht die drittgrößte Volkswirtschaft der EU nach den Parlamentswahlen unregierbar zu werden. Denn im Senat, der zweiten Kammer, hat keine Partei eine Mehrheit. Im Interview mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erklärt Michael Heise, Chefvolkswirt des Allianz-Konzerns, warum die Euro-Schuldenkrise dennoch nicht wieder aufflammt und wieso die Reformen in Italien trotz des Wahlausgangs nicht zum Stillstand kommen dürften.

Wahlchaos treibt Zinsen für frisches Geld nach oben

ROM - Der drohende politische Stillstand hat die Zinskosten Italiens spürbar erhöht. Bei einer Versteigerung staatlicher Schuldtitel mit einer Laufzeit von einem halben Jahr stieg die zu zahlende Rendite auf 1,24 Prozent, wie die italienische Notenbank am Dienstag in Rom mitteilte.

Fed-Chef Bernanke verteidigt lockere Geldpolitik

WASHINGTON - US-Notenbankchef Ben Bernanke hat den extrem lockeren Kurs der amerikanischen Geldpolitik abermals verteidigt. Zwar räumte der Fed-Vorsitzende am Dienstag vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington ein, eine Politik des billigen Geldes berge auch Risiken. Insgesamt sei der Nutzen in Form eines stärkeren Wirtschaftswachstums und einer Erholung des Arbeitsmarkts aber größer. Bernanke sprach im Rahmen der halbjährlichen Anhörung vor dem Kongress.

USA: Verbrauchervertrauen Conference Board hellt sich überraschend stark auf

WASHINGTON - In den USA hat sich die Stimmung der Konsumenten im Februar stärker als erwartet aufgehellt. Das Verbrauchervertrauen stieg um 11,2 Punkte auf 69,6 Zähler, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten einen Anstieg auf nur 62,0 Punkte erwartet. Im Vormonat war der Indikator noch auf revidiert 58,4 Punkte (zuvor 58,6 Punkte) zurückgefallen und hatte damit den tiefsten Stand seit November 2011 erreicht.

USA: Neubauverkäufe steigen überraschend stark

WASHINGTON - In den USA sind die Verkäufe neuer Häuser im Januar viel stärker gestiegen als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat sei die Zahl um 15,6 Prozent auf 437.000 Häuser geklettert, teilte das US-Handelsministerium am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg um 3,0 Prozent auf 380.000 Häuser gerechnet. Außerdem waren die Hausverkäufe im Vormonat deutlich schwächer gesunken als zunächst ermittelt. Im Dezember waren die Verkäufe laut Ministerium um revidierte 3,8 Prozent (ursprünglich: 7,3 Prozent) gefallen.

USA: Hauspreisanstieg setzt sich beschleunigt fort

NEW YORK - Die Zeichen am amerikanischen Immobilienmarkt stehen weiter auf Erholung: Im Dezember stiegen die Häuserpreise so stark wie seit knapp sechseinhalb Jahren nicht mehr. In den zwanzig größten Ballungsgebieten zog das Preisniveau im Jahresvergleich um 6,8 Prozent an, wie das private Institut S&P/Case-Shiller am Dienstag in New York mitteilte. Es war der stärkste Anstieg seit Juli 2006. Bankvolkswirte hatten einen etwas geringeren Zuwachs erwartet. Im Monatsvergleich legten die Hauspreise um 0,9 Prozent zu, nach 0,7 Prozent im November.

USA: FHFA-Hauspreisindex steigt wie erwartet

NEW YORK - In den USA sind die Preise von Einfamilienhäusern im Dezember wie erwartet gestiegen. Der FHFA-Hauspreisindex habe im Monatsvergleich um 0,6 Prozent zugelegt, teilte die Federal Housing Finance Agency (FHFA) am Dienstag in New York mit. Ökonomen hatten mit diesem Zuwachs gerechnet. Im Vormonat war der Index nach revidierten Zahlen um 0,4 Prozent geklettert. In der Erstschätzung war noch ein Anstieg von 0,6 Prozent ermittelt worden.

Eurogruppen-Chef Dijsselbloem: Italien muss weiter sparen

AMSTERDAM - Italien muss nach Einschätzung von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem trotz Patt-Situation nach den Wahlen seine Zusagen über Sparmaßnahmen und Reformen erfüllen. "Wer auch an die Regierung kommt, Italien muss sich an die europäischen Absprachen halten", sagte der niederländische Finanzminister am Dienstag im Fernsehen. Europa müsse auch weiter Druck auf Italien ausüben, um den eingeschlagenen Reformweg fortzusetzen. Das Wahlergebnis stimme ihn "nicht fröhlich", sagte Dijsselbloem. Er äußerte die Hoffnung, dass in Rom dennoch eine stabile Regierung gebildet wird. "Ich hoffe, dass Italien einsieht, dass es auch für die Stabilität der Eurozone eine Verantwortung trägt."/ab/DP/hbr

Deutschland und USA für rasche Gespräche über Freihandelszone

BERLIN - Deutschland und die USA wollen rasch Verhandlungen über eine transatlantische Freihandelszone aufnehmen. Dies machten Außenminister Guido Westerwelle und sein amerikanischer Amtskollege John Kerry am Dienstag bei einem Treffen in Berlin deutlich. Westerwelle sagte, schon im Sommer sollten substanzielle Verhandlungen aufgenommen werden. Beide gaben der Hoffnung Ausdruck, dadurch Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks schaffen zu können, ohne neue Schulden machen zu müssen. "Wir sehen hier ein Fenster der Gelegenheit", sagte der deutsche Außenminister.

Frankreich bleibt Deutschlands wichtigster Handelspartner

WIESBADEN - Frankreich hat seinen Platz als Deutschlands wichtigster Handelspartner verteidigt. Das Handelsvolumen stieg 2012 auf 169,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Mit plus 1,1 Prozent zum Vorjahr entwickelten sich die Aus- und Einfuhren allerdings nur halb so dynamisch wie der Außenhandel insgesamt, der um 2,2 Prozent zulegte.

Ungarn: Zentralbank senkt Leitzins zum siebten Mal in Folge

BUDAPEST - Die Notenbank Ungarns hat ihren Leitzins angesichts der tiefen Rezession abermals gesenkt. Am Dienstag verringerte sie den Zinssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken kurzfristig bei ihr refinanzieren können, um weitere 0,25 Punkte auf 5,25 Prozent. Es war bereits die siebte Reduzierung in Folge. Seit vergangenem Sommer hat die Zentralbank den Leitzins um insgesamt 1,75 Prozentpunkte gesenkt.

Japans Parlament billigt Milliarden-Nachtragshaushalt

TOKIO - Das japanische Parlament hat einen Nachtragshaushalt in Höhe von 13,1 Billionen Yen (103 Milliarden Euro) abgesegnet. Damit will die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe die in einer Rezession steckende Wirtschaft wiederbeleben. Das Maßnahmenpaket soll Regierungsangaben zufolge das Wirtschaftswachstum um zwei Prozentpunkte steigern und etwa 600.000 Arbeitsplätze schaffen.

/rob/jkr

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Quelle: dpa-AFX