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DIW-Chef: Konjunkturpaket sollte Verbraucher unterstützen

Menschen in einem Einkaufszentrum (Symbolbild).
Menschen in einem Einkaufszentrum (Symbolbild). pixabay.com pixabay.com

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung sollte mit ihrem geplanten Konjunkturpaket aus Sicht des Ökonomen Marcel Fratzscher stärker als bisher in der Corona-Krise die Verbraucher unterstützen. "Das stand bisher, abgesehen vom Kurzarbeitergeld, nicht so im Fokus", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der Deutschen Presse-Agentur. Vorstellbar seien etwa niedrigere Sozialabgaben oder ein höheres Elterngeld. "Ich halte es für absolut richtig, Familien zu unterstützen, die den Spagat von Kinderbetreuung und Arbeit zu Hause hinbekommen", sagte Fratzscher.

Insgesamt solle das Konjunkturpaket einen Dreiklang haben: eine deutliche Entlastung von Unternehmen etwa über eine geringere Körperschaftsteuer oder frühere Abschreibungsmöglichkeiten, die Entlastung der Konsumenten und öffentliche Investitionen. "Eine starke digitale Infrastruktur, Verkehrsinfrastruktur, mehr Geld für Bildung - das alles ist dringend notwendig", betonte Fratzscher. Derzeit habe die Baubranche auch die nötigen Kapazitäten.

Noch mehr Kredite aufzunehmen ist nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers in dieser Situation auch nicht negativ. "Es ist ein grundlegender Fehler zu sagen, Schulden seien schlecht", betonte er. Wichtig sei vielmehr, wofür das Geld genutzt werde. "Wenn der Staat sein Geld in Bildung steckt, für Innovation und eine leistungsfähige Verkehrs- und digitale Infrastruktur ausgibt, generieren diese Ausgaben viel zusätzliches Wachstum." Fratzscher sprach sich daher auch dagegen aus, die Schuldenbremse 2021 wieder zu aktivieren - "weil man dafür massiv die Ausgaben kürzen müsste und letztlich der Wirtschaft schadet"./tam/DP/stk

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Quelle: dpa-AFX