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Aktie des Tages: HeidelbergCement

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HeidelbergCement ist deutscher Hersteller von Zement, Zuschlagsstoffen und Beton. Der Konzern beschäftigt aktuell ca. 53.000 Mitarbeiter in 60 Ländern.

Im Jahr 1873 ersteigert Johann Schifferdecker für heute umgerechnet 1,1 Mio. € ein Mühlengelände und erbaut dort eine Zementfabrik auf. Er nutzte die Mühle, um den abgebauten Kalkstein zu mahlen und in Hochöfen zu Zementklinker gebrannt. Von 1899 bis 1913 fährt HeidelbergCement eine Expansionsstrategie: Zahlreiche Zement-, Kalk- und Gipswerke werden aufgekauft, nachdem sie aufgrund fallender Zementpreise in Liquiditätsprobleme geraten. In der Nachkriegszeit kann HeidelbergCement von dem enormen Bedarf an Baustoffen profitieren. Das Baugewerbe wuchs zwischen 1950 und 1965 um 600 %, während sich der Zementabsatz vervierfacht. 1963 wagt das Unternehmen dann mit einer Beteiligung an einem französischen Zementhersteller den Sprung ins europäische Ausland. 1977 folgt die Expansion nach Nordamerika.
In den 90er Jahren begann sich die Branche zu konsolidieren. Getrieben von enorm guten Wachstums- und Gewinnaussichten begann HeidelbergCement, zahlreiche mit Fremdkapital finanzierte Übernahmen zu tätigen. Die inzwischen hohe Verschuldung sollte in der Finanzkrise 2008/2009 rächen. Das Unternehmen konnte neues Fremdkapital nur zu enorm hohen Kosten aufnehmen. Um liquide zu bleiben, musste eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden: Um 50 % erhöhte sich die Anzahl der ausstehenden Aktien.
Das letzte Jahrzehnt hat das Unternehmen mit den Folgen der Überschuldung zu kämpfen. Die Aktionäre gingen beinahe leer aus, während massiv Gewinn zur Schuldendeckung einbehalten wurde. Doch diese Krise ist überwunden und heute glänzt HeidelbergCement mit einer sehr attraktiven Dividende und einer akzeptablen Verschuldung.

Seit 2020 wird das Unternehmen von Dr. Dominik von Achten als Vorstandsvorsitzender geführt. Er ist seit 2007 im Vorstand, war aber im Rahmen seiner Beratertätigkeit bei der Boston Consulting Group schon vorher mit dem Konzern in Berührung gekommen.

Produkte und Geschäftsmodell

Der Großteil des Produktportfolios von HeidelbergCement lässt sich in folgender Gleichung wiederfinden:

Zement Zuschlagstoffe (Wasser) Beton

Mit Ausnahme des Wassers produziert und verarbeitet HeidelbergCement alle drei Baustoffe.

Zement

Zement ist ein fein gemahlenes, graues Pulver. Hauptsächlich besteht Zement aus Kalkstein und Ton. Diese Rohstoffe gewinnt das Unternehmen aus den eigenen Steinbrüchen und Kiesgruben. Hergestellt wird der Zement dann in eigenen Zementwerken. Der Zement wird entweder direkt verkauft, oder weiter zu Beton verarbeitet.

Zuschlagstoffe

Ein kurzer Blick in die Branche

Die globale Zementproduktion wächst seit Jahrzehnten an und wird dies auch in den kommenden Jahren noch tun. In Schwellen- und Entwicklungsländern wächst der Zementbedarf mit steigendem Wohlstand stark an – davon profitiert auch HeidelbergCement.
Zudem ist der Zement- und Betonmarkt ganz klar ein regionaler Markt. Aufgrund des hohen Gewichts der Baustoffe (=hohe Transportkosten) müssen diese fast immer regional bezogen werden.
Daraus ergibt sich aber auch eine spannende Chance: Jedes Abfüllwerk ist ein kleines, lokales Monopol. Die Preise für Beton können so lange erhöht werden, bis sie knapp unter den Verkaufs- und Transportkosten des nächstgelegenen Abfüllwerkes sind.

Kennzahlen, Wachstum und Zukunft

HeidelbergCement ist weltweit tätig und geografisch gut diversifiziert. So werden heute rund 17 % der Umsätze im Asien-Pazifik-Geschäft erzielt, 10 % verteilen sich auf Afrika und den östlichen Mittelmeerraum. Der restliche Umsatz wird zu ca. 45 % in Europa und Zentralasien sowie zu ungefähr 28 % in Nordamerika erwirtschaftet. Damit kann HeidelbergCement weltweit von den “Regionalmonopolen” Gebrauch machen.

HeidelbergCement AlleAktien Qualitätsscore (AAQS)


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Über den Autor

AlleAktien.de recherchiert und publiziert Deutschlands beste Aktienanalysen für langfristig-denkende Privatanleger und moderne Vermögensverwalter. Michael C. Jakob, Gründer und Geschäftsführer von AlleAktien. Vor AlleAktien war er bei der Schweizer Bank UBS in Zürich und der globalen Managementberatung McKinsey&Company. Er studierte Informatik und Management in Deutschland, Schweiz, China und den Vereinigten Staaten von Amerika. Uns zeichnet aus, dass wir uns zwei bis sechs Wochen in Vollzeit mit einer einzigen Aktie befassen. Wir recherchieren intensiv zum Geschäftsmodell, Management, Markt, Investor Relations und führen Interviews mit Mitarbeitern, bevor wir eine Investment-Entscheidung treffen. Nur wer tiefgreifend versteht, was seine Unternehmen machen, kann langfristig erfolgreicher Investor werden - und bleibt beim Kursrutsch wie im März 2020 entspannt.