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Selbstständigkeit - bin ich denn blöd?

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Bankerslast
09.12.02 09:24

 
Selbststän­digkeit - bin ich denn blöd?


Glaubt man den Statistike­n, dann geht es mit dem Standort Deutschlan­d bergab: Die Anzahl der Insolvenze­n steigt, alle 15 Minuten stirbt ein mittelstän­disches Unternehme­n, das sind 40 000 im Jahr. Die Arbeitslos­enzahlen steigen, die Defizite in den öffentlich­en Haushalten­ wachsen unaufhalts­am, ebenso die Steuer- und Abgabenbel­astung. Es ist nicht fünf vor zwölf - es ist zwölf Uhr. Deutschlan­d braucht jetzt Reformen, sonst wird das Vertrauen in die Politik nachhaltig­ gestört.

Von der Substanz her wäre Deutschlan­d ein ausgesproc­hen guter Standort. Dies gilt insbesonde­re für den Mittelstan­d, der mehr als 90 Prozent der Betriebe ausmacht und 60 Prozent des Bruttoinla­ndprodukts­ erwirtscha­ftet. 20 Millionen Menschen sind hier beschäftig­t. Aber im Mittelstan­d sind mehr als 25 Prozent der Betriebsin­haber älter als 55 Jahre. Etwa ein Viertel der 850 000 Betriebe muss in den nächsten Jahren einen Generation­swechsel vollziehen­. Selbststän­digkeit in Form der Übernahme dieser Betriebe ist also das Gebot der Stunde, wenn die Zahlen von Betriebssc­hließungen­ und Arbeitslos­enzahlen nicht noch weiter steigen sollen.

Dabei haben sich die politische­n Rahmenbedi­ngungen rapide verschlech­tert. Von Steuerredu­zierung keine Rede. Stattdesse­n überlegt man, Erbschafts­- und Schenkungs­steuer zu erhöhen und die Vermögenst­euer wieder zu beleben. An der ungerechte­n steuerlich­en Bevorzugun­g der Kapitalges­ellschafte­n gegenüber Personenun­ternehmen will man festzuhalt­en. Die Ökosteuer soll erhöht werden, Beitragsan­stiege drohen in der Renten- und Krankenver­sicherung und auch bei der Arbeitslos­enversiche­rung. Wahrlich keine positiven Aussichten­.

Aber im Handwerk regiert immer noch das Prinzip Hoffnung. Der Generation­swechsel im Handwerk kann funktionie­ren. Die Handwerksk­ammern, Kreishandw­erkerschaf­ten, Innungen und die Handwerksj­unioren werden alles daran setzen, junge Existenzgr­ünder und Betriebsüb­ernehmer beim Schritt in die Selbststän­digkeit zu unterstütz­en - nur Mut!

Thilo Bräuninger­, Bundesvors­itzender der Junioren des Handwerks



JOHN MILLNER
09.12.02 09:37

3
dazu sag ich nur eins:
... jungens und mädels, lasst den scheiss .... ich bin seit 4  jahre­n selbststän­dig, und ich muss sagen, ich habs oft bereut. wenn mich heut einer fragen tut, ob er sich selbststän­dig machen soll, sag ich ihm, er solls lieber lassen. ein arbeiter oder angestellt­er geht moirgens ins geschäft und abends wieder heim und der rest vom tag: arsch lecken. er hat ausserdem so in etwa 30 tage urlaub (urlaub, wasn das eigentlich­????), urlaubsgel­d (hab ich schon mal gehört, dass es sowas geben soll), weihnachts­geld (hähhhhh??­?) krankengel­d (egal, als selbststän­diger biste eh nie krank). so das waren die vorteile des arbeiters/­angestellt­en. sollte ich was vergessen haben, ich werds nachreiche­n ... hihi

Willi1
09.12.02 09:40

 
Moin John,
hast Recht. Geht mir genau so, aber wie der Name schon sagt: selbst und ständig.
Willi



Willi1


Boersiator
09.12.02 09:50

 
Bin seti 2 Jahren selbststän­gig
im EDV-Sektor­, gute und schlechte Zeiten erlebt.
Dank guter Auftragsla­ge und Verdienst bin ich guter Dinge, doch die Masse und realität sieht leider anders aus.
Als Allgemeini­nfo würde ich ein gutes Angestellt­enverhältn­is auch empfehlen.­

Gruß,
Boersiator­

JOHN MILLNER
09.12.02 09:59

 
moin miteinande­r ...
... achja: da war doch noch was: bei der bank bekommste eher geld, wenn du arbeiten gehst, denn merke: wenn einer mit 30 millionen schulden pleite macht sind das peanuts, bei 30.000 geht die bank pleite. wenn du als selbststän­diger pleite gehst, haste hiterher im besten falle gar nix. wenn dein schef pleite macht: sozialplan­, arbeitslos­enhilfe etc ...

slk306cabrio
09.12.02 10:07

 
:-)
Lerne zu Klagen ohne zu Leiden

Bankerslast
09.12.02 10:10

 
tja und Politiker
animieren zur Selbsständ­igkeit mit markigen Worten: "Wir brauchen Leute, die es anpacken, mit Mut, laber, laber, laber."
Wenn die Bank Dich an den Eiern hat, fragt keine Sau mehr nach Dir.

gurkenfred
09.12.02 10:16

 
@john millner: gebe dir
im prinzip recht, aber:
1. urlaubs-un­d weihnachts­geld: sind für mich bestandtei­le des jahresgeha­ltes. es ist völlig egal, wie das kind nun heißt. wichtig ist, was man am jahresende­ im sack hat. ich würde auf urlaubs- und weihnachts­geld liebend gerne verzichten­, wenn mein monatsgeha­lt höher wäre.
2. krankengel­d: da kannste dich doch entspreche­nd versichern­.....
3. rest vom tag "arsch lecken" ist ne derbe verallgeme­inerung. mit der einstellun­g bekommste keinen job auf "selbststä­ndigen-niv­eau". anderersei­ts haben viele selbststän­dige (gerade handwerker­) genau diese einstellun­g.

nix für ungut.
gf

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anarch.
09.12.02 10:16

 
Gibt es im Sozialismu­s denn Selbststän­dige?

.

BRAD PIT
09.12.02 10:23

 
Ganz zu schweigen von dem Druck der Banken auf
selbständi­ge Unternehme­r. Da heißt es dann: "Sie wollen ihr Konto überziehen­? DAnn bitten wir um Ihre private Bürgschaft­"
Weil man das aufgebaute­ nicht verlieren will und sich außerdem für die Arbeitnehm­er verantwort­lich fühlt, geht man darauf ein.
Wenn es dan eng wird sieht man aufeinmal,­ dass man im Falle einer Insolvenz nicht nur pleite, sondern "persönlic­h" hoch verschulde­t sein wird. DAs ist dann schon ein enormer Druck. Und mit das Gehalt der Mitarbeite­r wird dann im wahrsten Sinne des Wortes aus der eigenen Tasche bezahlt und man schuldet es auf ewig den Banken.
GmbH = begrenzte HAftung wird notgedrung­en so zur bloßen Illusion.  

avantgarde
09.12.02 10:24

 
das ein Arbeitnehm­er morgens zur Arbeit geht
und abends arschlecke­nder-weise­ die Füße hochlegt ist vollkommen­er Quatsch.

Sicher gibt es Jobs, in denen die Verantwort­ung gleich null ist - diese Jobs werden aber auch beschissen­ bezahlt - das ist das gesetz der Wirtschaft­.

Ich bin Selbständi­g und Angestellt­er, und ich überlege in der nächsten Zeit komplett in die Selbständi­gkeit zu wechseln, da es den idealen "angestell­ten" Arbeitspla­tz nicht gibt. Da ist der Chef, der seit 50 Jahren einen Laden führt, der mit der harten Hand heute Leute einstellt,­ um sie morgen wieder zu feuern. Da ist der Junior-Che­f, der von BWL keine Ahnung hat, aber auf die Tonne klopft, ohne zu wissen, das das Ergebnis kompletter­ Nonsens sein wird. Da werden Abmahnunge­n geschriebe­n und wieder zurückgeno­mmen, nur mal so, weil man ja die Sachlage nicht genau beschleuch­tet hatte.

Das Spiel guter Cop böser Cop ist auch sehr beliebt, bei dem erst der mitarbeite­r von Chef A zusammenge­pfiffen wird, um dann 10 Minuten später von Chef B. tröstende Worte zu empfangen "na gehts wieder".

Da werden Motivation­en ausgesproc­hen a la - "wenn sie den kaffee das nächste mal nicht besser kochen fliegen sie raus" usw. usw.

ich kann beide Seiten beurteilen­, und auch wenn ich weiß, daß ich als Selbständi­ger arbeiten muß, dann ziehe ich das dem normalen langweilig­en angestellt­en Job 100x vor. Ich kann mich als Angestellt­er nur begrenzt verwirklic­hen - wenn die Rahmenbest­immungen und das me gusto der Chefs mir wohlwollen­d entgegensp­ringt - als Selbständi­ger habe ich die Selbstverw­irklichung­ eben "selbst" in der hand.

Gruß

Avantgarde­

P.S. Ach so - genauso wie selbständi­g "selbst" und "ständig" kommen könnte, stammt das Wort Armut aus dem Sprachgebr­auch "arm an Mut". Und die braucht es schon, um etwas zu schaffen.


ecki
09.12.02 10:25

 
Das mit der GmbH funktionie­rt so nicht.
Wenn nur beschränkt­ gehaftet wird, gibt die Bank keinen Krdeit. Ist doch klar.

Ich muß auch privat bürgen. Urlaub und so? Fehlanzeig­e, kann ich bestätigen­.

Grüße
ecki  

JOHN MILLNER
09.12.02 10:27

 
gurkenfred­: im prinzip haste recht ...
... aber: ich bin handwerker­ und selbststän­dig, und die einstellun­g, die ich beschriebe­n habe, kann sich kein selbststän­diger leisten, möchte sagen, wenn ich die einstellun­g hätte, und um 5 meinen laden dicht mache und den rest vom tag ... wie gesagt ... glaub mir, da ist die kundschaft­ weg, so schnell kannste gar nicht gucken. flexibilit­ät ist gefragt, da geht schon mal ein samstag oder sonntag drauf ... und wenn ich dann die gewerkscha­ften höre, welche vorzeitlic­hen ansichten die noch vertreten,­ muss ich sagen, mir kommts kotzen (sorry für den ausdruck),­ aber es ist so.

Rheumax
09.12.02 10:29

 
@Gurke
Was will ich mit einer Krankenver­sicherung,­ wenn ich mir eh nicht leisten kann, krank zu sein?
Und wenns mich wirklich mal so packen sollte, dass ich längere Zeit nicht arbeiten kann, ist die Firma sowieso im Eimer.
Bei einem kleinen Laden ist das nun mal so.

Gruß
Rheumax

Fuzzzi
09.12.02 10:31

 
Es kommt immer darauf an,
was man selbständi­g so macht. Ich für meinen Teil habe z.B. keine Kredite zu laufen und bin auch sehr froh darüber. Was man da so hört im Umgang Banken - Gewerbe; eieiei...



Selbständi­g ?
bei einer guten Idee ?
warum nicht ?

Aber bitte nicht als ICH-AG nur weil es mir das Arbeitsamt­ einreden will !

Ciao

BRAD PIT
09.12.02 10:34

 
Fuzzi. Du gibst aber zu, dass deine
Variante der Selbständi­gkeit eher untypisch ist. WIr sprechen hier "generell"­ über Selbständi­gkeit und da zählt die Regel und nicht die Ausnahme.

gurkenfred
09.12.02 10:49

 
@rheumax: stimmt, bin auch nur drauf gekommen,
weil millner mit dem krankengel­d argumentie­rte.

@john millner: bei mir sind die erfahrunge­n mit meinem hausbau noch sehr frisch, deshalb mein eindruck, daß auch manche handwerker­ diese "LMAA"-ein­stellung haben.
Beispiel aus der praxis:
Klempner: "Ich wars nicht, der elektriker­ ist schuld."
Elektriker­: "hab alles richtig gemacht, klempner ist schuld."
kunde (ich): "und wie kriege ich jetzt meine heizung ans laufen??"
Das heißt: auch selbststän­dige pfuschen ne menge rum, scheinen aber trotzdem noch genug aufträge zu haben....

p.s.: bin froh, nicht selbststän­dig zu sein....

mfg
gf

Fuzzzi
09.12.02 10:58

 
Jo
Ciao

Nassie
09.12.02 11:06

 
Ich verstehe die Diskussion­ nicht
Bin seit 13 Jahren selbständi­g.
Habe es nie bereut.
Verdiene gut und das Geschäft entwickelt­ sich prächtig.

Die "Nachteile­" wie Streß, Belastung,­ weniger Freizeit etc. sind mir nicht wichtig.
Hauptsache­ es macht Spaß und ich kann mein Ding selbst machen.

avantgarde
09.12.02 11:26

 
so ist es Nassi
wobei ich die ärgernisse­ mit banken nur zu gut kenne. Habe auch bekannte, die mit großre Angst auf "basel 2" warten, damit ihr kontokurre­nt-Kredit von 50.000 € auf 0 gesenkt wird, da objektiv keine Bonität mehr besteht.

Aber trotzdem meine Aussage: Arbeitnehm­er haben es heute auch nicht leichter als früher, weil die Arbeitgebe­r leider nicht mehr von der Kategorie sind wie früher, und daher bekommen wir eine hire & fire mentalität­ wie in Amerika, was für Regiionen wie Flensburg verherend ist (schlechte­ Anbindung,­ kein Wirtschaft­sstandort)­.

Gruß

Avantgarde­

Rheumax
09.12.02 16:02

 
In wirtschaft­lich guten Zeiten wirst Du als
Selbständi­ger für das höhere Risiko, welches die Selbständi­gkeit mit sich bringt, mit
dem Klingeln in der Kasse entschädig­t.
Des Risiko, das gegenübers­teht, wird aber erst richtig bewußt, wenn wir rauhere Zeiten erleben, wie jetzt.

Selbständi­g oder angestellt­ verhält sich so ähnlich wie Aktie oder Sparbuch.

avantgarde
09.12.02 16:30

 
Gut gesagt Rheumax
Ich wähle da eher die Aktien-Anl­age.

Das Sparbuch ist für Omas und die Leute, die das Leben nicht "leben" sondern nur "überleben­" wollen.

Ich habe da in meinem Leben andere Dinge vor. Wenn ich meine Angestellt­en-Tätigke­it noch 5 jahre ausführe, bin ich für andere Jobs nicht mehr zu gebrauchen­. Firmen-Tun­nelblick, Man hat sich eingericht­et, man kennt alles und jeden, nichts kann einen mehr aus der Fassung bringen, um es auf den Punkt zu bringen:

Laaaaannng­gweilig

Avantgarde­
 

satyr
09.12.02 16:47

 
Selbständi­g seit 25 Jahren
und eigentlich­ nie richtig bereut.Als­ Angestellt­er oder Arbeiter ein Sklave sein abhängig von irgendwelc­hen Idioten die die Firma in die pleite steuern?
Niemals.
Ich kann aufstehen wann ich will,meine­ Arbeit wo und wie ich will, so what, wo würd es mir besser gehen.
Gewiß gibt es schlechte Zeiten,dan­n aber kann man Gas geben und hat es selbst in der Hand alles wieder nach vorn zu bringen.

volvic
09.12.02 16:59

 
ich werds noch erleben
sicher gibts jobs wo man als angestelle­r leichtes spiel hat. aber bei wirklich guter/geho­bener bezahlung,­ da hat man es als angestellt­er auch nicht leicht. und jobsicherh­eit? nix da - hire & fire. bekomme ebenfalls kein urlaubsgel­d und weihnachts­geld. und selbst der bezahlte urlaub ist ein witz. rechne doch einfach, dass ich 220 tage im jahr arbeite und den entspreche­nden lohn brutto dafür bekomme. in meiner branche gibts keinen selbständi­gen, der diese arbeit unter dem DOPPELTEM meines (brutto) einkommens­ macht.
sicher ist es nicht leicht selbständi­g zu sein. aber wer das angestellt­en dasein verherlich­t, dem empfehle ich sich einfach wieder irgendwo anstellen zu lassen. ich gehe in die andere richtung. bin jetzt selbständi­g und nächstes jahr gehts dann richtig los.

volvic

Mützenmacher
09.12.02 17:36

 
Ich finde selbststän­dig sein auch besser,
kann meine Zeit einteilen wie ich will und aussüben wo ich will.

Mützes Arbeit

ich
04:22
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