Zucker: Steigende Lagerbestände in Indien

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Die Vereinigung der Indischen Zuckermühlen ISMA äußert sich besorgt über die steigenden Zuckerlagerbestände im Land. Trotz eines erwarteten Rückgangs der Zuckerproduktion um eine Million Tonnen und angestrebten Exporten in Höhe von fünf Millionen Tonnen sollen die Lagerbestände laut ISMA um 500.000 auf 11,2 Millionen Tonnen steigen. Idealerweise sollten die Lagerbestände dagegen nur bei 4,5 Millionen Tonnen liegen, wie die Analysten der Commerzbank im „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

ISMA mache die Zuckerpolitik der Regierung für das Überangebot verantwortlich. Diese garantiere den Zuckerrohrproduzenten einen Abnahmepreis, der weit über den vergleichbaren Preisen anderer Produzentenländer wie Australien, Brasilien oder Thailand liege. ISMA fordere daher eine Reform des Zuckermarktes in Indien. Sollte die regierende BJP-Partei von Ministerpräsident Modi bei den gerade stattfindenden Wahlen in drei landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten schlecht abschneiden, würde sich der Druck auf die BJP im Vorfeld der Parlamentswahlen im Mai nächsten Jahres erhöhen, heißt es weiter.

„Denn im Gegensatz zu den Zuckerrohrpreisen sind die Preise für Reis und Weizen für die Bauern kaum existenzsichernd. Von daher verwundert es nicht, dass die Bauern verstärkt auf den Anbau von Zuckerrohr setzen, was zu einem Überangebot im Land und über die Exporte auch auf dem Weltmarkt führt. Das australische Beratungsunternehmen Green Pool beziffert den globalen Angebotsüberschuss 2018/19 auf 3,6 Millionen Tonnen“, so die Commerzbank-Analysten.

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