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WOCHENAUSBLICK: Experten bleiben für Dax optimistisch

Bulle vor dem Eingang der Frankfurter Börse.
Bulle vor dem Eingang der Frankfurter Börse. © Nikada / iStock Unreleased / Getty Images Plus / Getty Images © Nikada / iStock Unreleased / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de

FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch nach den jüngsten Hochs von Dax und Co sind die Experten optimistisch. Die meisten von ihnen sehen lediglich die Gefahr zwischenzeitlicher Rücksetzer an den Börsen. "Wir gehen davon aus, dass wir die Jahreshöchststände noch nicht gesehen haben", schreiben etwa die Marktspezialisten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Das Eintreten der designierten US-Notenbankchefin Janet Yellen für eine Fortdauer der Anleihekäufe lasse eine über das Jahresende hinausreichende Geldschwemme erwarten. Auch der Mangel an Anlagealternativen dürfte weiter Auftrieb geben.

Die Wertpapierstrategen der DZ Bank prognostizieren ebenfalls einen anhaltenden Aufschwung der europäischen Aktienmärkte. Der bereits weit verbreitete Optimismus mahne zwar zur Vorsicht, und auch angesichts verhaltener Unternehmenszahlen für das dritte Quartal stelle sich die Frage nach dem weiteren Kurspotenzial. Doch schienen sich die künftigen Geschäftsaussichten etwas verbessert zu haben, heißt es. Der zuletzt gestiegene deutsche Ifo-Index und die Bodenbildung bei den Gewinnschätzungen für 2014 sprächen für eine Konjunkturerholung in der Eurozone, was den Unternehmen die Chance für kräftige Ertragssteigerungen biete.

SAISONALITÄT SPRICHT FÜR WEITERE KURSGEWINNE

Dazu habe die Europäische Zentralbank die Zinsen gesenkt und wolle das unterstützende monetäre Umfeld noch länger aufrecht erhalten, so die DZ-Experten. Auch die Saisonalität der Märkte spreche für weiter steigende Notierungen: In 18 der vergangenen 20 Jahre habe es in der zweiten Dezemberhälfte eine Jahresendrally gegeben. Die Marktbeobachter bei der Landesbank Berlin sind ähnlich optimistisch. "Eine technische Korrektur sollte angesichts der überkauften Marktlage zwar nicht überraschen, aber die zentralbankgetriebene Liquiditätshausse dürfte andauern", heißt es in einem aktuellen Kommentar.

Auch Guido Schäfers vom Bernecker-Börsenbrief "Die Termin-Börse" glaubt bestenfalls an einen temporären Rücksetzer. "Auf eine größere Korrektur sollten sich diejenigen, die ihr Aktienengagement ausbauen möchten, aber keine Hoffnung machen", warnte der Experte. Dagegen spreche außer dem saisonalen Muster auch das offenbar grundsätzlich steigende Interesse an der Anlageklasse Aktien, sichtbar an den hohen Nettozuflüssen bei Aktienfonds. Die jüngste Umfrage der Bank of America/Merrill Lynch unter globalen Fondsmanagern belege, dass diese ihre Aktienpositionen erhöhten. Hans Bernecker erinnerte in seinem Börsenbrief "AB-Daily" daran, dass der Versicherer Allianz (Allianz Aktie) wieder mehr in Aktien investieren will.

HELABA: FUNDAMENTALES POTENZIAL IST GROSSTEILS AUSGESCHÖPFT

Zurückhaltender als seine Kollegen äußerte sich Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Nach einer fast nur geldpolitisch getragenen Kursrally sieht er nicht nur ein gestiegenes Risiko für Kursrücksetzer, sondern auch das fundamentale Potenzial großteils ausgeschöpft. Verglichen mit früheren Hausse-Zyklen seien die Kursgewinne inzwischen überdurchschnittlich, betonte Reinwand. Für einen weiteren, nachhaltigen Anstieg könnten nur deutlich besser als erwartete Unternehmensgewinne sorgen.

Nach der jüngsten Zahlenflut wird es in der neuen Woche an der Unternehmensfront merklich ruhiger. Der im Dax notierte Industrie- und Stahlkonzern ThyssenKrupp (ThyssenKrupp Aktie) hat für Donnerstag seinen Bericht zum abgelaufenen Geschäftsjahr angekündigt. Außerdem stehen endgültige Quartalsresultate des Zahlungsabwicklers Wirecard (Dienstag) sowie Kapitalmarktveranstaltungen des Biotech-Unternehmens Qiagen (Qiagen Aktie) (Montag) und des Lastwagenbauers MAN (Mittwoch) auf der Agenda.

ZEW UND IFO-GESCHÄFTSKLIMA IM BLICK

Derweil dürften die ZEW-Konjunkturerwartungen (Dienstag) und das Ifo-Geschäftsklima (Freitag) Aufschluss über die Perspektiven der deutschen Wirtschaft geben. Am Donnerstag werden die Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland und die Eurozone erwartet. Aus den USA sollte das Protokoll der Notenbank Fed zur Sitzung Ende Oktober (Mittwoch) Beachtung finden. Die Wirtschaftsentwicklung in China bleibt mit am Mittwoch anstehenden Daten im Fokus. Zudem stehen am Donnerstag ein Gipfeltreffen Chinas und der Europäischen Union sowie der Zinsentscheid der japanischen Notenbank an./gl/la/her

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Quelle: dpa-AFX