Ad hoc-Mitteilungen

Wienerberger schreibt rote Zahlen

Teure Werksschließungen und Stilllegungen haben dem Ziegelhersteller aus Österreich hohe Verluste beschert. Analysten lagen mit ihren Schätzungen daneben. Die Aktie des Unternehmens brach um fünf Prozent ein.

Die schwächelnde Nachfrage im Kernmarkt Europa hat den österreichische Ziegelhersteller Wienerberger im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gedrückt. Wegen hoher Kosten für die Schließung von Werken und die Stilllegung von Produktionslinien stand unter dem Strich ein Verlust von 40,5 Millionen Euro nach einem Gewinn von 39,4 Millionen Euro im Jahr davor, wie Wienerberger am Dienstag mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einem kleinen Gewinn gerechnet. An der Börse sackte die Wienerberger-Aktie um fünf Prozent ab. Selbst der Vorschlag für eine konstante Dividende von zwölf Cent je Anteilsschein konnte die Aktionäre nicht überzeugen.

Ziegel von Wienerberger werden vor allem für den Bau von Ein- und Zweifamilienhäuser in ländlichen Gebieten in Europa verwendet. Viele Häuslebauer bekommen von ihren Banken jedoch wegen der schärferen Kapitalvorschriften für die Geldhäuser und der unsicheren Aussichten angesichts der Schuldenkrise derzeit nur schwer einen Kredit - und schieben ihre Baupläne hinaus. Das bekommt Wienerberger vor allem in wichtigen Märkten Westeuropas zu spüren - etwa in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Polen.

Auch im laufenden Jahr dürfte sich die Lage nach Einschätzung von Firmenchef Heimo Scheuch nicht bessern. "Wir werden in Europa im Ziegelbereich mit Ausnahme von Deutschland und Russland keinen Wachstumsmarkt vorfinden", sagte Scheuch. Um sich für die schwierigen Zeiten zu rüsten, hat Scheuch das laufende Sparprogramm erneut verschärft. Bis Ende 2014 will der Konzern nun durch die Schließung einiger Werke und den Abbau von Produktionslinien 50 Millionen Euro sparen. Zuletzt waren bis Ende 2013 Kostensenkungen von 40 Millionen Euro geplant.

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Quelle: Handelsblatt