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TUI kann aus Reiseboom kein Kapital schlagen

Rote Zahlen zum Stabwechsel bei Europas größtem Reisekonzern. Im vergangenen Quartal stand unterm Strich ein Verlust von 137 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um gut ein Prozent auf 3,5 Milliarden Euro anstieg.

Die Lust auf Urlaub beschert Europas größtem Reisekonzern Tui auch zum Abschied von Vorstandschef Michael Frenzel keine besseren Ergebnisse. Unterm Strich stieg der saisontypische Verlust im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember nach Abzug von Minderheitsanteilen sogar um mehr als die Hälfte auf 137 Millionen Euro, wie Tui am Mittwoch mitteilte. Nachdem der Konzern ein Jahr zuvor von Zinseinnahmen aus der Rettung der Container-Reederei Hapag-Lloyd (Hapag-Lloyd Aktie) und einem positiven Steuereffekt profitiert hatte, zog diesmal eine veränderte Bilanzierung von Leerflügen bei der Veranstaltertochter Tui Travel das Ergebnis nach unten.

Bei der Tui-Hauptversammlung an diesem Mittwoch übergibt Frenzel den Chefposten nach 19 Jahren an den früheren Vodafone-Manager Fritz Joussen. Bei dem Aktionärstreffen stehen daher neben Frenzels umstrittener Bilanz die Pläne seines Nachfolgers im Fokus.

Im Reisegeschäft zeigte die Entwicklung in den vergangenen Monaten nach oben. Zwar ging die Zahl der Gäste zwischen Oktober und Dezember im Jahresvergleich um mehr als drei Prozent zurück. Weil sich Tui inzwischen auf exklusivere und gewinnträchtigere Reiseangebote konzentriert, konnte das Unternehmen im Schnitt jedoch höhere Preise durchsetzen.

Der Konzernumsatz wuchs im ersten Geschäftsquartal um gut ein Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Unternehmenswerte (EBITA) verringerte sich um vier Prozent auf 142 Millionen Euro. Dazu trug allerdings der Verkauf eines Riu-Hotels auf den Balearen bei. Dieser bescherte der Hotelsparte einen kräftigen Gewinnsprung. Das Kreuzfahrtgeschäft rutschte dagegen tiefer in die roten Zahlen.

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