Ad hoc-Mitteilungen

Türkische Bond-Renditen auf Rekordtief

Jüngste Andeutungen des türkischen Wirtschaftsministers legen eine Senkung des Tagesgeld-Zinses nahe, die die Lira stabil halten sollen. Findige Anleger weichen auf bereits gehandelte, höher verzinste, Papiere aus.

In Erwartung einer bevorstehenden Zinssenkung der türkischen Zentralbank haben Anleger am Donnerstag bei den bereits gehandelten und höher verzinsten Anleihen des Landes zugegriffen. Daraufhin fiel die Rendite der richtungsweisenden zweijährigen Titel auf ein Rekordtief von 5,55 Prozent.

Genährt würden die Spekulationen von Aussagen des türkischen Wirtschaftsministers Zafer Caglayan, denen zufolge sein Land der überzogenen Aufwertung der Lira nicht tatenlos zusehen könne, sagten Börsianer. Eine starke Währung vergrößert das türkische Leistungsbilanz-Defizit, weil es Exporte verteuert und Importe verbilligt. Ein Abbau des Leistungsbilanz-Defizits gilt als Voraussetzung für eine Hochstufung der türkischen Bonität.

Investoren erwarten eine Senkung des Tagesgeld-Zinses um 25 Basispunkte, schrieb Anlage-Stratege Tufan Cömert von Garanti Securities in einem Kommentar. Derzeit liegt sie bei 4,75 Prozent. Die Zinsentscheidung soll am 19. Februar fallen.

Der Leitindex der Istanbuler Aktienbörse drehte am Donnerstag nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und notierte am Mittag 0,8 Prozent schwächer bei 79.431,84 Punkten. Der Wechselkurs der türkischen Währung bewegte sich kaum. Dollar (Dollarkurs) und Euro kosteten 1,766 beziehungsweise 2,395 Lira.

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Quelle: Handelsblatt