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Toshiba und die Chipsparte: Die Entscheidung für einen Käufer ist gefallen

Toshiba hat im Rennen um seine profitable Chipsparte eine Entscheidung getroffen: Der Geschäftsbereich solle bevorzugt an ein staatlich geführtes Konsortium verkauft werden.
Eine externe Festplatte von Toshiba.
Eine externe Festplatte von Toshiba. - © istock.com / G0d4ather

Der angeschlagene Technologiekonzern Toshiba hat sich im Bieterkampf um seine heißbegehrte Chipsparte für einen bevorzugten Käufer entschieden. Demnach solle der Geschäftsbereich an ein staatlich geführtes Konsortium gehen, wie der japanische Konzern am Mittwoch in Tokio mitteilte. Toshiba legte sich damit auf einen Verhandlungspartner fest. Die Entscheidung hatte allerdings offenbar keinen positiven Effekt auf den Aktienkurs, der im frühen Handel am Mittwoch zuletzt unter Druck geriet.

Konsortium mit dem besten Angebot

Nach Angaben des Unternehmens habe das Konsortium das beste Angebot in Sachen Bewertung, Abschlusssicherheit, Stellenerhalt sowie den Erhalt sensibler Technologien innerhalb Japans gemacht. Eine abschließende Vereinbarung des Deals strebe Toshiba am 28. Juni an, einen Tag vor der Hauptversammlung des Konzerns. Zu dem Konsortium, das von der japanischen Innovationsagentur Innovation Network Cooperation of Japan geführt wird, gehören unter anderem der US-Finanzinvestor Bain sowie die staatliche Entwicklungsbank Japans. Medienberichten zufolge gehöre auch der südkoreanische Rivale SK Hynix dazu. Zudem sei das Geldhaus Mitsubishi UFJ Financial Group an der Finanzierung des Geschäfts beteiligt, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtete. Toshiba hatte sich für den Verkauf des hochprofitablen Geschäftsbereiches entschieden, um Löcher zu stopfen, die die kriselnde US-Atomsparte des Konzerns in die Bilanz gerissen hatte. Dem Schritt hatten die Aktionäre bereits Ende März im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung zugestimmt. 

Western Digital macht Probleme

Bevor es zu einem Verkauf der Chipsparte kommen kann, muss Toshiba jedoch seine juristischen Streitigkeiten mit dem US-Partner Western Digital aus dem Weg räumen, der ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Geschäftsbereich von Toshiba betreibt. Western Digital strebt aus diesem Grund eigentlich eine bevorzugte Behandlung beim Verkauf der Sparte an und so wurde letzte Woche bekannt, dass das Unternehmen den Verkauf über einen Gerichtserlass blockieren wolle. Der US-Partner biete einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg aus der vergangenen Woche zufolge zwei Billionen Yen und damit umgerechnet rund 16 Milliarden Euro für die Chipsparte. Für Toshiba sei das allerdings nicht genug, zumal die Bieterkonkurrenten Broadcom mit 2,2 Billionen Yen, umgerechnet knapp 18 Milliarden Euro, und nach Medienberichten der Finanzinvestor Bain mit 2,1 Billionen Yen, umgerechnet rund 17 Milliarden Euro, mehr für den Geschäftsbereich bieten würden.

Börse: Aktie gibt nach

Spekulationen über weitere Verzögerungen bei den Verkaufsverhandlungen, vor allem aufgrund der Haltung von Western Digital, hatten die Toshiba-Aktie am Donnerstag vergangene Woche zunächst auf Talfahrt geschickt. Der Kurs konnte sich danach jedoch wieder erholen und zulegen. Am Mittwoch reagierten die Anleger nun allerdings offenbar wenig begeistert auf die Entscheidung von Toshiba. Die Aktie gab im frühen Handel am Mittwoch nach und notierte zuletzt mit 3,38 Prozent im Minus.

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