Ad hoc-Mitteilungen

Toshiba: Aktionäre geben grünes Licht für Verkauf der Chip-Sparte

Nun ist es offiziell: Der kriselnde Technologiekonzern Toshiba trennt sich mit dem Verkauf der Speicherchip-Sparte von seinem Tafelsilber.
Eine externe Festplatte von Toshiba.
Eine externe Festplatte von Toshiba. - © istock.com / G0d4ather

Toshiba wird sein Geschäft mit Speicherchips abspalten. Die Aktionäre stimmten diesem Schritt in einer außerordentlichen Hauptversammlung am Donnerstag in Tokio zu. Durch den Verkauf der hochprofitablen Sparte will sich Toshiba finanziell wieder etwas mehr Luft verschaffen, nachdem milliardenschwere Abschreibungen im US-Atomgeschäft das Unternehmen zuletzt immer mehr in Bedrängnis brachten. Die Entscheidung kam bei Anlegern am Donnerstag gut an und die Aktie konnte deutlich zulegen.

Technologiekonzern in der Krise

Toshiba hat mit massiven Probleme seines US-Kraftwerkgeschäfts zu kämpfen und hatte erst am Mittwoch bekanntgegeben, die US-Atomsparte Westinghouse Electric in die Insolvenz zu schicken. Die Sparte hatte dem Technologiekonzern zuletzt einen milliardenschweren Verlust eingebrockt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Toshiba mit einem Verlust von 1,01 Billionen Yen, was umgerechnet etwa 8,43 Milliarden Euro entspricht. Im Februar ging das Unternehmen noch von einem Verlust in Höhe von 390 Milliarden Yen aus. Die Japaner hatten den US-Anbieter Westinghouse Electric im Jahr 2006 für damals 5,4 Milliarden US-Dollar übernommen. Das schwächelnde Atomgeschäft bereitete dem Konzern allerdings zunehmend Probleme. Das vergangene Geschäftsjahr schloss Toshiba, auch in Folge eines Bilanzskandals und einem damit einhergehenden, radikalen Sanierungskurs, mit einem hohen Verlust von 460 Milliarden Yen ab und verkaufte bereits mehrere Geschäftsbereiche.

Im Geschäft mit Speicherchips ist Toshiba dagegen gut unterwegs, denn die Halbleiter stecken in PCs, Laptops, Tablets und Smartphones. Rund 18 Milliarden US-Dollar sei die Sparte wert und mindestens die Hälfte solle veräußert werden. In der Hauptversammlung am Donnerstag stimmten die Aktionäre grundsätzlich sogar einem Komplettverkauf zu. Medienberichten zufolge gebe es bereits mehrere Kaufinteressenten, darunter Western Digital, Micron, SK Hynix und Finanzinvestoren wie Bain Capital.

Die Aktie legt zu

Die Toshiba-Aktie ging Ende Dezember wegen einer Milliardenabschreibung in der Atomsparte auf Talfahrt. Von diesem Absturz konnte sich der Kurs der Aktie bislang nicht mehr richtig erholen. Die Entscheidung zum Verkauf der Chipsparte, um die finanzielle Lage des Konzerns zu entschärfen, kam bei Anlegern am Donnerstag allerdings gut an: Die Aktie legte zu und notierte zuletzt mit 5,44 Prozent im Plus bei 1,899 Euro je Aktie.

Der ARIVA.DE Newsletter
Bleiben Sie informiert mit dem wöchentlichen Marktüberblick.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.