Ad hoc-Mitteilungen

Tarnen, täuschen, vertuschen

Investoren bezweifeln zu Recht, dass die exorbitanten variablen Millionen-Boni vieler Dax-Vorstände wirklich nach Leistung vergeben werden. Eine neue Studie bestätigt das und zeigt, wer besonders viel verheimlicht.

Top-Manager betonen immer wieder, ihre variablen Gehaltsbestandteile seien absolut an der Leistung ausgerichtet, und natürlich am Wohl der Aktionäre. nachvollziehen lässt sich das anhand der dicken Vergütungsberichte nicht. Der Verdacht: Die Intransparenz hat Methode. "Es ist nicht möglich, die Entstehung auch nur eines einzigen Dax-Vorstandsgehalts nachzuvollziehen", kritisiert Philipp Immenkötter vom Flossbach von Storch Research Institute, das vom gleichnamigen Vermögensverwalter betrieben wird.

In der noch unveröffentlichten Studie zur "Blackbox der Vorstandsvergütung" hat er untersucht, wie konkret Unternehmen Ziele ausweisen, die über die Millionen der Vorstände bestimmen. Das Ergebnis ist desaströs: "Man kann keine Aussage dazu treffen, ob die Ziele für den Vorstand ambitioniert sind oder ob er sich gar nicht anstrengen muss, um diese zu erreichen," so Immenkötter. Im Schnitt bekämen Anleger nur etwas mehr als die Hälfte der benötigten Informationen, um die Entstehung der Vorstandsgehälter nachvollziehen zu können. Immenkötter vermutet Methode dahinter: "Der hohen Grad an Intransparenz lässt an einer zielgerichteten Ausgestaltung der Vorstandsvergütung zweifeln."

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