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"Ryanair ist unser anarchistischster Investor"

Billigflieger Ryanair ist größter Anteilseigner beim Konkurrenten Aer Lingus, soll seine Beteiligung aber reduzieren. Ryanair-Chef Michael O'Leary sieht das nicht ein. Aer-Lingus-Chef Müller vermutet persönliche Gründe.

Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus macht mobil gegen ihren ungeliebten Großaktionär und Rivalen Ryanair. „Jeder rationale Player würde natürlich nach dem Votum der britischen Kartellwächter versuchen, seine Beteiligung so schnell und so teuer wie möglich zu verkaufen“, sagte Aer-Lingus-Chef Christoph Müller dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). „Aber Ryanair agiert in dieser Frage nicht rational (Rational Aktie). Es scheint eine persönliche Frage zu sein.“

Ryanair ist nicht nur größter Anteilseigner von Aer Lingus, sondern „auch unser anarchistischster Investor“, sagte Müller. Der deutsche Vorstandschef der irischen Fluggesellschaft geht davon aus, dass der Ausstieg von Ryanair „sich noch ein bis zwei Jahre hinziehen wird, je nachdem, was die Rechtsanwälte sich noch einfallen lassen“.

Die britische Kartellbehörde hatte Ende August die ebenfalls irische Fluggesellschaft Ryanair zum Verkauf wesentlicher Anteile an Aer Lingus aufgefordert. Ryanair müsse seinen Anteil von derzeit 29,82 Prozent auf fünf Prozent reduzieren, befanden die Wettbewerbshüter. Als Begründung dafür führten sie an, der Wettbewerb auf den Strecken von Irland nach Großbritannien beeinträchtigt sei. Doch Ryanair-Chef Michael O'Leary nannte die Entscheidung „bizarr“ und legte Berufung ein.

Ryanair hatte im Jahr 2006 knapp 30 Prozent an Aer Lingus übernommen und jahrelang versucht, den Konkurrenten ganz zu übernehmen. Dreimal scheiterte die Billigfluglinie damit, zuletzt im Februar, als die EU-Kommission ihr Veto einlegte.

Müller, der zuvor für die Deutsche Lufthansa (Lufthansa Aktie), Deutsche Post (Deutsche Post Aktie) und Tui arbeite, würde den ungeliebten Großinvestor lieber heute als morgen loswerden. „Wir würden gerne einfach eine ganz normale Airline werden“, sagte er.

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Quelle: Handelsblatt