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ROUNDUP: Wohnungswirtschaft: Politik bremst anspruchsvolle Mieter aus

Immobilien in Berlin (Symbolbild).
Immobilien in Berlin (Symbolbild). © golero /iStock / Getty Images Plus/Getty Images © golero /iStock / Getty Images Plus/Getty Images www.gettyimages.de

BERLIN (dpa-AFX) - Die von Union und SPD geplante Mietpreisbremse wird nach Einschätzung der Wohnungswirtschaft Modernisierungsvorhaben stoppen. Zugleich gibt es einer Studie zufolge immer mehr anspruchsvolle Mieter, die für Sanierungen auch tiefer in die Tasche greifen würden. Das könne zu dem Problem führen, dass sich vom Mieter gewollte Modernisierungen für den Vermieter nicht mehr lohnten, sagte Michael Neitzel vom Immobilien-Forschungsinstitut Inwis am Mittwoch in Berlin. Es zeichne sich ab, dass positive Entwicklungen auf Nachfrageseite durch politische Pläne ausgebremst würden.

"Die Mietpreisbremse ist ein Placebo, der den ganzen Markt durcheinanderbringt", kritisierte der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Axel Gedaschko. Würden die Pläne aus den Koalitionsverhandlungen umgesetzt, könnten Modernisierungskosten nicht mehr komplett und langfristig auf die Miete aufgeschlagen werden. Für Vermieter würden sie zum Zuschussgeschäft. "Wir werden sehr schnell die Bestände runterwirtschaften", sagte Gedaschko voraus.

Einer Umfrage von Inwis und dem Marktforschungsinstitut Analyse & Konzept zufolge sind fast drei Viertel der Deutschen mit ihrer Wohnung zufrieden. Rund sieben Prozent der mehr als 3000 befragten Haushalte sind allerdings unzufrieden, weil sie sich ihre Wunschwohnung nicht leisten können.

Mit einer steigenden Polarisierung innerhalb der Gesellschaft nehmen sowohl anspruchsvolle wie bescheidene Wohnkonzepte zu. Immer mehr Menschen leben bisher noch einfach und funktional, würden sich bei größerem finanziellen Spielraum aber gern verbessern. Häusliche, auf die Familie ausgerichtete Konzepte werden der Studie zufolge vor allem durch Migrantenfamilien wieder häufiger. Die sehr dynamischen und mobilen Haushalte dagegen nehmen ab.

"Die Zeiten der einheitlichen Standardwohnung sind lange vorüber", sagte Neitzel. Intelligente Raumkonzepte seien nötig. So müssten Wohnungsunternehmen gleichzeitig Angebote für junge Familien und Pflege-Wohngemeinschaften machen. Bei jungen Leuten sei Teilen statt Besitzen das Motto./tam/DP/she

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Quelle: dpa-AFX