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ROUNDUP/Vorwurf der Bierpanscherei: AB Inbev wird in USA verklagt

Zapfen von Bier (Symbolbild).
Zapfen von Bier (Symbolbild). © pixabay.com/CC0 © pixabay.com/CC0 www.pixabay.com

SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Biertrinker in den USA werfen dem Brauereikonzern AB Inbev vor, einige der beliebtesten amerikanischen Biersorten mit Wasser gestreckt zu haben, um mehr Profit zu machen. Der weltweite Marktführer ist in Deutschland unter anderem mit den Marken "Beck's", "Diebels" und "Hasseröder" vertreten.

Die US-Verbraucher klagen nun auf Schadenersatz von mehr als 5 Millionen Dollar (Dollarkurs) (3,8 Mio Euro). Wortführerin ist Nina Giampaoli. Sie habe in den vergangenen vier Jahren jede Woche einen Sechserpack "Budweiser" gekauft und erst später herausgefunden, dass der angegebene Alkoholgehalt von 5 Prozent übertrieben gewesen sei, heißt es in der Klage. "Ich denke, es ist unredlich für große Unternehmen, ihre treuen Kunden zu belügen", erklärte sie am Dienstag in einer Mitteilung der Anwaltskanzlei Mills Law Firm. "Ich fühle mich betrogen." Seitdem sie die Wahrheit kenne, kaufe sie kein "Budweiser" mehr.

Die Klage ging bereits am Freitag vor dem Bezirksgericht von San Francisco ein. Der "Budweiser"-Hersteller wies die Vorwürfe entschieden zurück. "Wir sind stolz darauf, beim Brauen unserer Biere die höchsten Standards einzuhalten", sagte der zuständige Manager Peter Kraemer der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg.

In der Klage wird Anheuser Busch InBev vorgeworfen, auch den Alkoholgehalt in anderen beliebten US-Biersorten zu hoch ausgewiesen zu haben, darunter Bud Ice, Michelob, King Cobra oder Bud Light Lime. Die Vorwürfe kommen zur Unzeit: Der führende Braukonzern versucht momentan gegen den Widerstand der US-Wettbewerbshüter, die mexikanische "Corona"-Brauerei Modelo vollständig zu schlucken, stößt dabei aber auf den Widerstand der US-Wettbewerbshüter.

Das amerikanische "Budweiser" (schwarze Schrift, braune Flasche) ist allerdings nicht mit dem gleichnamigen Bier in Europa zu verwechseln, denn das stammt von der tschechischen Brauerei Budejovický Budvar (rote Schrift, grüne Flasche). Die beiden Brauer streiten sich seit Jahren vor Gerichten um die Bezeichnung.

Die Tschechen werden die Vorwürfe gegen ihren Rivalen jedenfalls gebannt verfolgen: Anheuser-Busch InBev (Anheuser-Busch InBev Aktie) überwache den Alkoholgehalt während der letzten Stufen der Herstellung mit modernsten Methoden, schrieben die Klägeranwälte. "Und dann fügen sie Wasser hinzu, um Bier herauszubekommen, dass einen deutlich niedrigeren Alkoholgehalt aufweist als das Etikett verspricht."

Die Vorwürfe sind auch deshalb so gefährlich, weil Klägerin Nina Giampaoli und ihr Mitstreiter John Elbert daraus eine Sammelklage machen wollen. Dadurch würden sie im Namen aller Betroffenen gegen den Braukonzern zu Felde ziehen - entsprechend saftig könnten Schadenersatz und Strafe am Ende ausfallen.

AB Inbev steckt in Deutschland auch hinter "Spaten", "Franziskaner Weissbier", "Gilde", "Haake-Beck" oder "Löwenbräu". In Belgien gehört das beliebte "Stella Artois" dazu genauso wie "Leffe". Der Gesamtumsatz der Gruppe war im vergangenen Jahr um 7 Prozent auf 39,8 Milliarden Dollar geklettert; der Gewinn des Brauriesen stieg um ein Viertel auf unterm Strich 7,2 Milliarden Dollar./das/DP/edh

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Quelle: dpa-AFX