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ROUNDUP: Vodafone stemmt sich mit Milliarden-Investionen gegen Umsatzschwund

Ein Firmenschild von Vodafone.
Ein Firmenschild von Vodafone. © ollo / iStock Unreleased / Getty Images Plus / Getty Images © ollo / iStock Unreleased / Getty Images Plus / Getty Images

LONDON (dpa-AFX) - Der Mobilfunkkonzern Vodafone reagiert mit einem schnelleren Ausbau seiner Netze auf dem Umsatzrückgang in Europa. So wollen sich die Briten gegen das schwache Geschäft in Südeuropa und dem Heimatmarkt sowie die Konkurrenz in Deutschland behaupten. Bis Anfang 2016 anstatt 2017 will Vodafone nun mit sieben Milliarden Pfund statt sechs Milliarden seine Netze verbessern. Das Geld dafür kommt aus dem Verkauf der Verizon-Wireless-Beteiligung. Beim Personal soll dagegen der Gürtel enger geschnallt werden. In Deutschland läuft ein Sparprogramm, dem auch die Weihnachtsfeiern für die rund 11.000 Mitarbeiter zum Opfer fallen.

Die Erlöse im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (Ende März) sanken bereinigt um Währungseffekte und Zu- und Verkäufe im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf 22 Milliarden Pfund (26,3 Mrd Euro), wie das britische Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 4,1 Prozent auf 6,6 Milliarden Pfund. Die Zahlen fielen damit etwas besser als von Experten erwartet aus. Die Aktie legte zuletzt rund 1,3 Prozent auf 230,45 Pence zu und näherte sich damit wieder dem Anfang November erreichten Mehrjahreshoch von 233,70 Pence.

Unter dem Strich stand aufgrund einer fast 15 Milliarden hohen Steuererstattung ein Gewinn von 18 Milliarden Pfund. Die außergewöhnlich hohe Gutschrift geht auf eine Neubewertung verschiedener Beteiligungen infolge des Verizon-Wireless-Verkaufs zurück. Anfang September hatten die Briten angekündigt, ihren Anteil an dem US-Mobilfunker an den Mehrheitseigener Verizon (Verizon Aktie) für 130 Milliarden US-Dollar loszuschlagen. In den Halbjahreszahlen ist der Anteil noch mit fünf Monaten berücksichtigt.

Im zweiten Geschäftsquartal lagen die Briten bei den Mobilfunkumsätzen konzernweit mit minus 4,9 Prozent unter den Erwartungen der Analysten. In Deutschland ging der Mobilfunkumsatz zwischen Juli und September organisch um 6,1 Prozent zurück. Die Deutsche Telekom (Deutsche Telekom Aktie) schnitt hier besser ab: Bei ihr waren die Erlöse im Geschäft mit Mobilfunkgesprächen und Datenumsätzen im dritten Quartal um 1 Prozent zum Vorjahr zurückgegangen. Hierzulande will Vodafone mit einem Sparkurs und durch die Übernahme von Kabel Deutschland das Blatt wenden.

Konzern-Chef Vittorio Colao sprach von einem weiterhin sehr schwierigen Umfeld in Europa. Mut mache aber die zu erwartende wirtschaftliche Erholung und das Wachstum in den Schwellenländern. Hoffnungen setze er auch in das nun beschleunigte Investitionsprogramm "Project Spring". Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigte er. Die Briten wollen einen bereinigten operativen Gewinn von fünf Milliarden Pfund erzielen. In der neuen Prognose ist der Anteil an Verizon Wireless nicht mehr enthalten.

In Spanien und Italien sanken die Mobilfunkumsätze organisch von Juli bis September um knapp 16,1 beziehungsweise 15,7 Prozent. Auf dem Heimatmarkt verloren die Briten im Sommerquartal wegen der Konkurrenz und Preissenkungen durch die Aufsichtsbehörden 4,3 Prozent. In den Schwellenländern konnte Vodafone dagegen kräftig zulegen - aus den Vereinigten Staaten haben sich die Briten dagegen nun zurückgezogen.

Der Markt in den USA ist stark in Bewegung. Die Deutsche Telekom hat dieses Jahr ihre US-Tochter neu aufgestellt und wieder den Wachstumspfad eingeschlagen. Im neuen Übernahmegerücht aus der Branche spielt Vodafone nun allerdings die Rolle der Beute: Der US-Telekomriese AT&T (AT&T Aktie) soll mit einer Übernahme des britischen Wettbewerbers liebäugeln. Die Gerüchte, dass AT&T sich gerne nach Europa ausbreiten würde, gibt es schon länger. Ein Angebot - wenn überhaupt - dürfte aber erst im kommenden Jahr zustande kommen. Der jüngst Verizon-Wireless-Deal der Briten dürfte eine Übernahme aus US-Sicht kartellrechtlich unbedenklich machen. Unklar ist, wie Europas Behörden reagieren würden./stk/zb/fbr

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Quelle: dpa-AFX