ROUNDUP: Unternehmensstimmung in der Eurozone trübt sich erneut ein

Verschiedene Euro-Banknoten.
Verschiedene Euro-Banknoten. © pixabay.com/CC0 © pixabay.com/CC0 www.pixabay.com

LONDON (dpa-AFX) - Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hat sich erneut eingetrübt und Hoffnungen auf eine konjunkturelle Aufhellung einen Schlag versetzt. Der vom Forschungsinstitut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex fiel im April um 0,3 Punkte auf 51,3 Zähler, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten dagegen einen leichten Anstieg auf 51,8 Punkte erwartet.

Es war der zweite Rückgang des Indikators in Folge, nachdem sich die Stimmung von ihrem zu Jahresbeginn erreichten mehrjährigen Tiefstand zwischenzeitlich erholt hatte. Der Euro reagierte mit deutlichen Kursverlusten auf die Daten. Gegenüber dem US-Dollar gab er um einen halben Cent nach. Sichere Anlagen wie Bundesanleihen erhielten dagegen Zulauf. Die Aktienbörsen reagierten mit Kursverlusten.

Die Enttäuschung dürfte um so größer sein, als ähnliche Umfragen und Konjunkturdaten aus China zuletzt positiv überrascht hatten. An dem Bild einer schwachen Industrie und wesentlich robusteren Dienstleitern haben die neuen Zahlen wenig geändert: In Frankreich trübte sich die Industriestimmung von niedrigem Niveau aus leicht ein, in Deutschland hellte sie sich von ebenfalls schwachem Niveau nur leicht auf.

Die Stimmung unter Dienstleistern ist dagegen vor allem in Deutschland wesentlich besser. Fachleute führen diesen Umstand vor allem auf den überwiegend robusten Zustand der Binnenwirtschaft zurück, von dem die Dienstleiter profitieren. Die wesentlich stärker vom Außenhandel abhängige Industrie leidet dagegen unter politischen Risiken wie Handelsstreitigkeiten und der Schwäche der Weltwirtschaft.

Markit-Chefökonom Chris Williamson sprach von einem enttäuschenden Start in das zweite Quartal. Es steige die Sorge, dass sich die Wirtschaft von der durch Sondereffekte geprägten schwachen Entwicklung Ende 2018 nicht erhole. "Vielmehr zeigen unsere Daten, dass die Wirtschaft wegen des nachlassenden globalen Nachfragewachstums und des gedämpften Geschäftsklimas weiter nur mit äußerst verhaltenem Tempo wächst."

^Region/Index April Prognose Vormonat

EURORAUM

Gesamt 51,3 51,8 51,6

Verarb. Gew. 47,8 48,0 47,5

Dienste 52,5 53,1 53,3

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 44,5 45,0 44,1

Dienste 55,6 55,0 55,4

FRANKREICH

Verarb. Gew. 49,6 50,0 49,7

Dienste 50,5 49,8 49,1°

(in Punkten)

/bgf/jkr/mis

Quelle: dpa-AFX