Ein Smartphonedisplay mit verschiedenen Apps, unter anderem GMX. GMX gehört zu United Internet.
Mittwoch, 13.05.2020 09:24 von | Aufrufe: 786

ROUNDUP: United Internet hält nach Umsatzplus an Zielen fest - unter Vorbehalt

Ein Smartphonedisplay mit verschiedenen Apps, unter anderem GMX. GMX gehört zu United Internet. © jbk_photography / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images http://www.gettyimages.de

MONTABAUR/MAINTAL (dpa-AFX) - Der Telekommunikationsanbieter United Internet (United Internet Aktie) hat Umsatz und operatives Ergebnis zum Jahresauftakt wie erwartet gesteigert und bleibt unter Vorbehalt bei seinen Jahreszielen. Dank gut laufender Service-Geschäfte bei der Telekommunikationstochter 1&1 Drillisch legten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr konzernweit um vier Prozent auf 1,33 Milliarden Euro zu, wie der MDax-Konzern am Mittwoch in Montabaur mitteilte. Die Zahl der Kundenverträge erhöhte sich um 170 000 auf knapp 25 Millionen.

Selbst im zuletzt eher schleppenden Hardware-Geschäft mit Smartphones und Tablets ging es wieder bergauf. Allerdings schwankt das Geschäft saisonal stark und hängt von der Attraktivität neuer Geräte und den Modellzyklen der Hersteller ab. Die United-Internet-Aktie notiert am Mittwoch im frühen Handel 1,37 Prozent höher auf 33,19 Euro. Das Papier hatte die Verluste im Zuge des Corona-Crashs zuletzt wieder komplett wettgemacht. Das im Nebenwerteindex SDax notierte Drillisch-Papier liegt am Mittwochmorgen etwa genauso stark im Plus, mit einem Anstieg von 1,41 Prozent auf 21,56 Euro. Drillisch hat die Verluste im Zuge der Pandemie zwar größtenteils, aber noch nicht komplett wieder aufgeholt.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von United Internet stagnierte bei etwas über 300 Millionen Euro. Hier machte sich bei 1&1 Drillisch die mit der Covid-19-Pandemie einhergehende höhere Datennutzung der Kunden bemerkbar. 1&1 Drillisch ist bislang noch als sogenannter virtueller Netzanbieter tätig und nutzt dabei die Mobilfunktechnik von Telefonica und Vodafone . Da die Kundenverträge größtenteils auf Flatrate-Tarifen basieren, konnten die durch die höheren Datenmengen gestiegenen Kosten nicht auf die Kunden umgelegt werden. Bereinigt um diese sowie weitere Sondereffekte, wie etwa Einmalaufwendungen aus Integrationsprojekten und Kosten für den 5G-Netzaufbau, wäre das Ergebnis um gut vier Prozent gestiegen.

Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unterm Strich legte konzernweit um knapp 50 Prozent auf 73 Millionen Euro zu. Je Aktie stieg er dabei auf 0,39 Cent nach 0,24 Cent ein Jahr zuvor. Analysten hatten hier allerdings mehr erwartet. Es war vor allem die schwache Aktienkursentwicklung bei der Beteiligung Tele Columbus , die United Internet erneute Wertminderungen eingebrockt hatte. Konzernchef Ralph Dommermuth besitzt selbst rund 42,5 Prozent der United-Internet-Aktien. Er will Drillisch mit den im vergangenen Jahr teuer ersteigerten 5G-Frequenzen selbst zum Netzbetreiber hochziehen. Bei Drillisch selbst ging der Gewinn indes nicht so stark zurück wie befürchtet.

Das Management um Konzernchef Ralph Dommermuth will Umsatz und Ergebnis bei United Internet und Drillisch im laufenden Geschäftsjahr weiterhin in etwa auf Vorjahresniveau halten. Die Prognose sei allerdings mit Unsicherheiten behaftet, hieß es. Der Konzern werde daher in den nächsten Wochen und Monaten die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Geschäftsentwicklung analysieren und plant im Rahmen der Halbjahresberichterstattung 2020 eine Konkretisierung der Prognose./kro/nas/fba


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