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ROUNDUP/Studie: Frankfurt muss bis 2020 jährlich 7800 Wohnungen bauen

Blick auf die Frankfurter City. Die Mainmetropole ist einer der wichtigsten europäischen Finanzplätze.
Blick auf die Frankfurter City. Die Mainmetropole ist einer der wichtigsten europäischen Finanzplätze. pixabay.com pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein starker Zuzug und ein Mangel passender Wohnungen verschärfen einer Studie zufolge die Wohnungsnot in Metropolen. Es würde weiter nicht nur zu wenig gebaut, sondern auch am Bedarf vorbei, heißt es in einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und dem Immobilienspezialisten Deutsche Invest Immobilien.

Frankfurt beispielsweise muss demnach beim Neubau kräftig zulegen, um angesichts des starken Zuzugs von Menschen die Wohnungsnachfrage zu decken. Das IW bezifferte den Bedarf auf jährlich rund 7800 neue Wohnungen in der Stadt bis 2020, wie es in der am Dienstag vorgestellten Studie heißt.

Bundesweit seien pro Jahr 385 000 Wohnungen nötig, vor allem in den Großstädten. Ein besonders großer Mangel herrscht demnach in Berlin und Stuttgart, wo zwischen 2011 und 2015 nur 25 beziehungsweise 27 Prozent der benötigten Wohnungen errichtet wurden.

In Frankfurt wurde laut IW teils am Bedarf vorbei gebaut. Errichtet wurden demnach vergleichsweise viele Ein-Zimmer-Wohnungen sowie Einheiten mit mehr als fünf Räumen. Dagegen mangele es an Wohnungen mit zwei bis vier Räumen. Da es vor allem jüngere Menschen in Großstädte ziehe, würden aber mehr kleinere Wohnungen benötigt.

"Wir bauen die Wohnungen nicht da, wo sie gebraucht werden", sagte IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer. Zudem reiche der Neubau weiter nicht aus. Zwischen 2011 und 2015 sei in Frankfurt weniger als die Hälfte (45 Prozent) des Bedarfs an neuen Wohnungen gedeckt worden.

Um insgesamt gegenzusteuern, dürften in der Nähe von Metropolen nicht zu viele Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut werden. "Vielmehr müssten mehr Geschosswohnungen entstehen", sagte Frank Wojtalewicz, Geschäftsführer der Deutsche Invest Immobilien. Zudem sollten baurechtliche Vorgaben gelockert werden, um Wohnungen leichter aufzuteilen oder Dachgeschosse aufzustocken. In stark wachsenden Städten müssten zudem komplette Viertel neu geschaffen werden.

Etwas Erleichterung für den Immobilienmarkt könnten indes die zuletzt stark gestiegene Zahl der Baugenehmigungen bringen. So wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts von Januar bis November 2016 rund 340 000 neue Wohnungen bewilligt - der höchste Stand in diesem Zeitraum seit 1999. Experten erwarten, dass 2017 die Schwelle von 300 000 fertig gestellten Wohnungen überschritten wird./als/DP/mis

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Quelle: dpa-AFX