Ad hoc-Mitteilungen

ROUNDUP: Sparkontrollen in Athen stocken - 1,3 Milliarden Euro vom Geldmarkt

Eine Frau beim Essen eines Schokoriegels. (Symbolbild)
Eine Frau beim Essen eines Schokoriegels. (Symbolbild) © skynesher / iStock / Getty Images Plus / Getty Images © skynesher / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de

ATHEN (dpa-AFX) - Die Sparkontrollen der "Troika" aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank in Griechenland kommen offensichtlich nur schleppend voran. Ein Treffen von Experten der internationalen Geldgeber mit dem griechischen Finanzminister Ioannis Stournaras ging am Dienstag ohne Ergebnis zu Ende, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen. Unterdessen besorgte sich das Land am Geldmarkt kurzfristig 1,3 Milliarden Euro, um die Löcher in seinem Haushalt zu stopfen.

Wie die Nachrichtenagentur dpa aus dem Umfeld des Ministeriums erfuhr, sollen die Gespräche angesichts des Treffens der Eurogruppe Ende der Woche unterbrochen werden. Sie würden dann wahrscheinlich erst im Dezember fortgesetzt, hieß es.

Es geht um die Freigabe einer weiteren Tranche von einer Milliarde Euro für das chronisch am Rande der Pleite stehende Land. Kritisch ist vor allem der Fehlbetrag im Haushalt des kommenden Jahres.

Zudem drängt die "Troika" die griechische Regierung zu klären, was aus Immobilien wird, deren Inhaber Kreditraten nicht zurückzahlen. Man versuche, einen Weg zu finden, damit zumindest diejenigen ihre Wohnung nicht verlieren, die nur eine Immobilie besitzen, sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Die Geldgeber Athens beziffern den Fehlbetrag im Budget nach neuesten Schätzungen auf bis zu 1,5 Milliarden Euro und fordern weitere Sparmaßnahmen. Die Regierung schätzt die Lücke dagegen nur auf 500 Millionen Euro und geht davon aus, dass der Betrag durch Reformen und ein weiter verbessertes Eintreiben von Steuern eingesammelt werden kann. Internationale Hilfe wird Griechenland nach allen Anzeichen aber auch 2015 und 2016 noch brauchen. Die Rede ist von insgesamt mehr als zehn Milliarden Euro.

Linderung verspricht sich das Land dabei auch von neuen Geldmarkt-Papieren. Der Zinssatz für die dreizehnwöchigen Titel beläuft sich auf 3,90 Prozent. Er liegt damit um 0,05 Prozent niedriger als bei vergleichbaren Papieren im Vormonat, wie die Schuldenagentur PDMA am Dienstag in Athen mitteilte.

Die Proteste gegen die Kontrollen der Geldgeber hielten derweil an. Vor dem Finanzministerium versammelten sich entlassene Frauen, die zuvor als Reinigungskräfte in griechischen Ministerien gearbeitet hatten. Sie nannten die Vertreter der Troika "Mörder". Fernsehbilder zeigten, wie eine Frau gegen das Auto eines IWF-Experten trat./tt/DP/jsl

Der ARIVA.DE Newsletter
Bleiben Sie informiert mit dem wöchentlichen Marktüberblick.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.
Quelle: dpa-AFX