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ROUNDUP: Solarkrise schlägt bei Wacker Chemie 2012 voll durch - Aktie legt zu

Chemikalien und ein Reagenzglas (Symbolbild).
Chemikalien und ein Reagenzglas (Symbolbild). © Cakeio / iStock / Getty Images Plus / Getty Images © Cakeio / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Solarkrise in Deutschland schlägt beim Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern Wacker Chemie 2012 voll durch. Der Umsatz sei angesichts rückläufiger Preise für Solarsilicium und Halbleiterwafer um knapp sechs Prozent auf 4,63 Milliarden Euro gesunken, teilte der Konzern am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Der Gewinn brach trotz des robusten Chemiegeschäfts um 70 Prozent auf 107 Millionen Euro ein. "In unserem Polysiliciumgeschäft haben Preisdruck, hohe Lagerbestände und die schwierige finanzielle Situation vieler Marktteilnehmer im Jahr 2012 deutliche Spuren hinterlassen", sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. Einen Ausblick auf das laufende Jahr wagte er nicht.

Die erfreuliche Entwicklung des Chemiegeschäfts habe die Preisrückgänge bei Reinstsilicium 2012 nicht vollständig ausgeglichen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank 2012 um 29 Prozent auf 787 Millionen Euro. Der MDax-Konzern erfüllte damit die eigenen Prognosen und die Erwartungen der Analysten. Vorbörslich legte die Aktie um mehr als zwei Prozent zu. Händler zeigten sich von der operativen Ertragsentwicklung positiv überrascht.

PREIS FÜR SOLARSILICIUM HALBIERT

Für den scharfen Ergebnisrückgang machte Wacker die Überkapazitäten in der Solarindustrie verantwortlich. Binnen eines Jahres hätten sich die Preise für Solarsilicium halbiert. Auch für 2013 zeigten sich die Burghausener zurückhaltend. Konzernchef Rudolf Staudigl wagte keine Prognose. Er sprach aber von "ermutigenden Signalen", die auf einen verstärkten Ausbau der Photovoltaik speziell in China und den USA hindeuteten. Das könnte sowohl den Absatz als auch die Preise für Solarsilicium positiv beeinflussen. Gleichzeitig sei aber das Risiko noch nicht vom Tisch, dass es in der Photovoltaik zu einem Handelskonflikt zwischen China und Europa komme.

Die Solarindustrie steht insbesondere in Deutschland wegen gekürzter staatlicher Förderungen und der Konkurrenz aus China massiv unter Druck. Einige Unternehmen gingen pleite. Wacker lässt sich deshalb bereits beim Aufbau neuer Kapazitäten in den USA mehr Zeit. Zudem wurde 2012 am Stammsitz für einen Teil der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet. Nach Rekordinvestitionen von rund 1,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr will der Konzern diese 2013 auf etwa 550 Millionen Euro halbieren. Die Investitionen in die Silicium- und Siliconchemie seien zum großen Teil abgeschlossen.

SCHWIERIGES MARKTUMFELD IM HALBLEITERGESCHÄFT

Auch im Halbleitergeschäft blieb das Marktumfeld im Schlussquartal 2012 laut Wacker schwierig. Kleinere Halbleiter-Formate waren in jüngster Zeit nur wenig gefragt. Wacker reagierte mit Werksschließungen und der Bündelung der Produktion. Auch in den ersten vier Wochen des laufenden Jahres hätten sich die Rahmenbedingungen für das Geschäft mit Halbleiterwafern nicht verbessert, hieß es nun. Mehr Freude macht dem Konzern das Chemiegeschäft. Dieses habe im Rahmen der üblichen Saisonalität in den Wintermonaten weiterhin eine gute Nachfrage verzeichnet. Die vollständige Bilanz veröffentlicht Wacker am 14. März./jha/stb/fbr

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Quelle: dpa-AFX