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ROUNDUP: SGL Group rutscht tiefer in die roten Zahlen - Sparprogramm kostet

Arbeit mit einer Pinzette an einem Schaltkreis (Symbolbild).
Arbeit mit einer Pinzette an einem Schaltkreis (Symbolbild). © krystiannawrocki / E+ / Getty Images © krystiannawrocki / E+ / Getty Images www.gettyimages.de

WIESBADEN (dpa-AFX) - Der Kohlenstoffspezialist SGL Group ist infolge des anhaltenden Preisdrucks in der Branche im dritten Quartal weiter in die roten Zahlen gerutscht. Auch das im Sommer angekündigte Sparprogramm kostet zunächst Geld. Das Wiesbadener Unternehmen kommt bei seinen Einsparbemühungen voran, neue Maßnahmen kündigte SGL an diesem Donnerstag aber nicht an. Die Prognose bestätigte der Kohlenstoffspezialist.

Im dritten Quartal fiel der Umsatz um 14 Prozent auf 381,5 Millionen Euro. SGL begründet dies vor allem mit dem anhaltenden Druck auf den Preis für Graphitelektroden und dem Abschwung bei Graphitspezialitäten, wie sie etwa in der Solar- oder Halbleiterindusrie eingesetzt werden. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf minus 23,8 Millionen Euro, nach plus 6,2 Millionen Euro im Vorjahr. Netto stand ein Verlust von 34,8 Millionen Euro, damit hat sich das Minus im Vergleich zum Vorjahr nochmal um 22 Prozent ausgeweitet. Die im SDax notierte Aktie gab gegen Mittag mehr als fünf Prozent nach.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind Abschreibungen in Höhe von 24,9 Millionen Euro auf ein Werk in Kanada, das SGL im Zuge seiner Sparmaßnahmen schließen will. Im Sommer hatte das Unternehmen nach einem Sturz in die Verlustzone das neue Programm angekündigt. Es soll bis Ende 2015 Einsparungen von 150 Millionen Euro bringen. Als ersten Schritt kündigte SGL im Oktober die Schließung des kanadischen Graphitelektrodenwerks an. Bis zum Jahresende sollen weitere Restrukturierungskosten dazukommen, insgesamt im Volumen von fast 100 Millionen Euro. Der Großteil soll in der Bilanz für 2013 verarbeitet werden.

Bisher beliefen sich die Kostensenkungen konzernweit auf 34 Millionen Euro. Produktionsstandorte stehen auf dem Prüfstand, und auch in der Verwaltung soll gespart werden. Wo es noch zu Einschnitten kommt, ist noch nicht bekannt, genauso wenig die Konsequenzen für die Arbeitsplätze. "Ob und wieviel Personalabbau es geben wird, ist noch nicht spruchreif", sagte ein Sprecher. Im Hauptsitz des Unternehmens analysiere derzeit eine Unternehmensberatung die Einsparmöglichkeiten.

Die im Juni gekürzte Prognose für 2013 bestätigte SGL: So dürfte der Umsatz leicht unter dem Wert des Vorjahres liegen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde 50 bis 60 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 240 Millionen Euro liegen./nmu/she/stb

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Quelle: dpa-AFX