Ad hoc-Mitteilungen

ROUNDUP: Rüstungsindustrie beklagt Ansehensverlust durch Exportstopp

Deutsche Militärfahrzeuge in einem Konvoi. (Symbolfoto)
Deutsche Militärfahrzeuge in einem Konvoi. (Symbolfoto) © huettenhoelscher / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images © huettenhoelscher / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Rüstungsindustrie hat die Verlängerung des Exportstopps für Saudi-Arabien scharf kritisiert. Damit werde Deutschland als Kooperationspartner auf Augenhöhe zunehmend unattraktiver und es drohe der Ausschluss von europäischen Gemeinschaftsprojekten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV), Hans Christoph Atzpodien, der Deutschen Presse-Agentur. "Dieses Exportverbot beschädigt so insgesamt das Vertrauen unserer europäischen Partner in die Zuverlässigkeit der deutschen Industrie."

Atzpodien forderte auch eine angemessene Kompensation für die betroffenen Unternehmen, falls der Exportstopp für bereits genehmigte Geschäfte bestehen bleibe. Die Bundesregierung hatte die seit zehn Monaten geltende Regelung am Mittwoch bis zum 31. März 2020 verlängert. Bis dann werden keine neuen Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien genehmigt, und die Auslieferung bereits genehmigter Exporte bleibt blockiert.

SPD und Union hatten sich im März 2018 im Koalitionsvertrag auf einen Rüstungsexportstopp für die "unmittelbar" am Jemen-Krieg beteiligten Länder verständigt, aber mehrere Hintertüren offen gelassen. Ein kompletter Exportstopp gegen Saudi-Arabien wurde erst im November 2018 nach der Tötung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Generalkonsulat in Istanbul verhängt und im März dieses Jahres um sechs Monate bis zum 30. September verlängert.

Saudi-Arabien führt eine Allianz (Allianz Aktie) arabischer Staaten an, die im Jemen seit Jahren gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft. Der Krieg hat die derzeit schlimmste humanitäre Krise weltweit ausgelöst.

Atzpodien betonte, dass dringend gemeinsame europäische Exportmaßstäbe notwendig seien. "Sonst wird es keine Rüstungskooperation mit deutschen Unternehmen geben", sagte der BDSV-Hauptgeschäftsführer. "Diese Industrie hat ein Anrecht darauf, in planbaren Verhältnissen zu leben, denn wir haben den Anspruch, ein verlässlicher europäischer Partner zu sein und uns dem Wettbewerb stellen zu können."/mfi/DP/zb

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.
Quelle: dpa-AFX