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ROUNDUP: Reiseveranstalter Thomas Cook verschärft den Sparkurs - Kurssprung

Ein Flugzeug von Thomas Cook.
Ein Flugzeug von Thomas Cook. © pixabay.com/CC0 © pixabay.com/CC0 www.pixabay.com

PETERBOROUGH (dpa-AFX) - Kein Durchatmen für Thomas Cook: Nach zwei harten Verlustjahren verschärft Europas zweitgrößter Reiseveranstalter erneut seinen Sparkurs. Konzernchefin Harriet Green führt die Fluggesellschaften des Konzerns zusammen. Weniger Doppelarbeit und straffere Strukturen sind das Ziel. Zum Winterbeginn konnte das Unternehmen, das in Deutschland vor allem durch die Marke Neckermann Reisen und die Fluglinie Condor bekannt ist, sein saisontypisches Minus verringern. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage entwickle sich das Geschäft besser, sagte Green am Donnerstag im britischen Peterborough.

Dennoch sieht das Management zu weiteren Einsparungen keine Alternative. Durch den Umbau des Fluggeschäfts und weitere Kürzungen in Großbritannien sollen die jährlichen Kosten statt um 100 Millionen um 160 Millionen britische Pfund (118 Mio Euro) sinken. Die Thomas-Cook-Aktie reagierte mit einem Freudensprung auf die Nachrichten. An der Londoner Börse legte das Papier bis zum frühen Nachmittag um 11,94 Prozent auf 80,04 britische Pence zu.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember lief es für Thomas Cook besser als ein Jahr zuvor. Zwar ging der Umsatz um sieben Prozent auf 1,7 Milliarden Pfund zurück. Allerdings schrumpfte der Vorsteuerverlust weitaus stärker um 16 Prozent auf 128 Millionen Pfund. Bei Reiseveranstaltern sind Verluste im Winter die Regel. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

Als Grund für den Erfolg führte das Management neben den erzielten Einsparungen die veränderte Geschäftspolitik an. Ähnlich wie Marktführer Tui Travel versucht sich Thomas Cook der Preisschlacht auf dem Reisemarkt mit exklusiven Hotelangeboten zu entziehen, die andere Veranstalter nicht im Programm haben. Auch sonst sollen Marktanteile weniger wichtig sein als der Gewinn. Wenn am Ende der Saison weniger Tickets übrig seien, müsse der Veranstalter auch weniger Reisen mit hohen Abschlägen verschleudern, sagte Green.

Für das laufende Jahr zeigte sich die Managerin verhalten optimistisch. "Das Geschäft in unseren wichtigsten Märkten Großbritannien, Deutschland und Skandinavien hat sich verbessert." Für Winter und Sommer setzte der Veranstalter fast in allen Regionen höhere Preise durch, nahm aber vor allem in Großbritannien bewusst geringere Buchungszahlen in Kauf.

Dabei bleibt in Großbritannien noch eine Menge zu tun: Obwohl Thomas Cook dort weniger Geschäft macht als in Zentraleuropa, war der operative Verlust im Vereinigten Königreich mehr als fünfmal so hoch. Mit einem weiteren Konzernumbau will Green nun Doppelarbeit abbauen und vor allem in Großbritannien die Strukturen straffen.

Vor allem die dortigen Probleme und das eingebrochene Geschäft für Nordafrika-Reisen hatten Thomas Cook in den zwei vergangenen Geschäftsjahren jeweils einen Verlust von mehr als 500 Millionen Pfund eingebrockt. Nur eine milliardenschwere Kreditlinie der Banken rettete zwischenzeitlich das Unternehmen. Green, die den Chefposten erst Mitte 2012 übernommen hat, soll den Konzern wieder auf Kurs bringen. Ihre komplette Strategie will sie aber erst im Frühling vorstellen.

Unterdessen rücken die Fluggesellschaften von Thomas Cook bereits enger zusammen. Die deutsche Fluglinie Condor, die als profitables Vorbild im Konzern gilt, arbeitet ab März mit Thomas Cook Airlines UK und Thomas Cook Airlines Belgien in einem Geschäftssegment. Ein gemeinsamer Auftritt, ein gebündelter Einkauf und gleiche Computersysteme sollen die Kosten senken helfen. Auch die Thomas Cook Airlines Scandinavia soll enger eingebunden werden. Zusammen haben die Gesellschaften 91 Jets und rund 6.800 Mitarbeiter./stw/jha/she

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Quelle: dpa-AFX