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ROUNDUP: Proteste gegen Karstadt-Schließungen in Berlin halten an

Ein mehrstöckiges Einkaufszentrum (Symbolbild).
Ein mehrstöckiges Einkaufszentrum (Symbolbild). © MediaProduction / E+ / Getty Images © MediaProduction / E+ / Getty Images www.gettyimages.de

BERLIN (dpa-AFX) - Mehrere hundert Beschäftigte und Unterstützer sind in Berlin erneut gegen die geplante Schließung mehrerer Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen auf die Straße gegangen. Gewerkschafter, aber auch Politiker wie der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann (SPD), versammelten sich am Freitag vor der betroffenen Karstadt-Sports-Filiale nahe dem Bahnhof Zoologischer Garten. Aufgrund der Corona-Krise steht dieser Standort sowie fünf der insgesamt elf Warenhäuser des Unternehmens in der Hauptstadt vor der Schließung; 1000 von 2100 Beschäftigten wären betroffen.

Auch der Standort in Potsdam stand auf der Kippe. Inzwischen konnten sich jedoch die Eigentümer mit den Vermietern auf den Erhalt der Filiale einigen. Mit diesen verhandelt in Berlin auch der Senat. Über den Stand der Gespräche sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte die Wirtschaftssenatsverwaltung am Freitag mit. Senatorin Ramona Pop (Grüne) hatte sich Anfang der Woche "vorsichtig optimistisch" geäußert, Filialen des zur österreichschen Signa-Holding gehörenden Unternehmens retten zu können.

"Wir nehmen Bewegung vor allem auf der Vermieterseite wahr", sagte Erika Ritter, Fachbereichsleiterin Handel beim Verdi-Landesverband. "Jetzt muss das Unternehmen den nächsten Schritt machen." Der "Spiegel" zitierte am Freitag den Sachwalter des Handelsunternehmens, Frank Kebekus, mit Blick auf bundesweite Schließungen: "Wir reden noch mit einigen Vermietern, und ich hoffe, dass wir am Ende weniger als 50 Standorte schließen müssen." Die bislang bekannt gewordenen Pläne sehen noch die Schließung von 56 Kaufhäusern vor. Ursprünglich sollten sogar 62 Geschäfte dichtgemacht werden.

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Inzwischen wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Das Amtsgericht Essen setzte Kebekus als Sachwalter ein. Der Konzern rechnet durch die Pandemie und den folgenden Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro./maa/DP/men

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Quelle: dpa-AFX