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ROUNDUP: Pharmakonzern Sanofi verdient wegen Generikakonkurrenz weniger

Eine Wissenschaftlerin bei einer Untersuchung. (Symbolbild)
Eine Wissenschaftlerin bei einer Untersuchung. (Symbolbild) © Stas_Uvarov / iStock / Getty Images Plus / Getty Images © Stas_Uvarov / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de

PARIS (dpa-AFX) - Umsatzeinbußen durch billigere Konkurrenzprodukte für wichtige Umsatzbringer haben dem französischen Pharmakonzern Sanofi im abgelaufenen Geschäftsjahr zugesetzt. Unter dem Strich sank der Gewinn um rund 13 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro, wie der im EuroStoxx 50-Index notierte Arzneimittelhersteller am Donnerstag in Paris mitteilte. Konzernchef Christopher Viehbacher sieht sich mit der strikten Kostenkontrolle und dem Ausbau von Wachstumsfeldern wie dem Diabetesgeschäft aber auf gutem Weg, die Umsatzausfälle für Medikamente wie den Blutverdünner Plavix hinter sich zu lassen.

Der Konzern werde in den kommenden Jahren eine neue Wachstumsphase einläuten, gab sich der Manager in einer Telefonkonferenz optimistisch. Für 2013 stellte Viehbacher unter Ausklammerung von Wechselkurseffekten ein Ergebnis je Aktie vor Sonderposten in Aussicht, das auf dem Niveau von 2012 oder bis zu fünf Prozent darunter liegen kann. Im Vorjahr war der Überschuss wegen Belastungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro durch die Patentverluste noch um rund 13 Prozent eingebrochen. Für Plavix hatte Sanofi im Mai seinen Patentschutz in den USA verloren. Seitdem geht Umsatz an billigere Nachahmermittel verloren.

Viehbacher sieht sich im Plan, seine angepeilten Milliardeneinsparungen bis 2015 zu erreichen. Seit seinem Amtsantritt 2008 hat der Deutsch-Kanadier einen weitreichenden Umbau eingeleitet und Kosten gesenkt. Nach der Übernahme des Biotech-Unternehmens Genzyme sieht Sanofi früheren Aussagen zufolge noch Freiraum für weitere Zukäufe. Die Biotech-Tochter, die Sanofi für rund 15 Milliarden Euro geschluckt hatte, steigerte im Vorjahr ihren Umsatz um gut 17 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Ohne Kosten für den Konzernumbau und Abschreibungen wies die weltweite Nummer drei der Branche 2012 einen Gewinnrückgang von 13 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro aus. Prozentual zweistellige Zuwächse bei dem in Frankfurt-Höchst produzierten Diabetesmittel Lantus und das anhaltende Wachstum in den Schwellenländern sorgten beim Umsatz für ein Plus von 0,5 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro. Sowohl beim Umsatz wie auch beim Gewinn trafen die Franzosen die Erwartungen des Marktes.

Der Anteil der Emerging Markets am Konzernumsatz machte im vergangenen Geschäftsjahr gut ein Drittel und damit mehr als bei vielen Wettbewerbern aus. Die wichtigsten Märkte dort sind Brasilien, China, Russland und Indien. Dagegen wies der Konzern in Westeuropa - auch bedingt durch den Kostendruck im Gesundheitswesen - rückläufige Umsätze aus. In den Schwellenländer will Sanofi sein Engagement dagegen weiter ausbauen. Bis 2017 sollten etwa 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus diesen Regionen kommen.

Für die Diabetesforschung von Sanofi ist Höchst das Gravitationszentrum. Im Industriepark bei Frankfurt produzieren die Franzosen mit dem Diabetes-Mittel Lantus ihren mit Abstand wichtigsten Umsatzbringer. 2012 erzielte das Produkt einen Umsatz von fast 5 Milliarden Euro - ein Plus von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Europa ist das Mittel noch bis 2014 und in den USA bis 2015 gegen Nachahmermittel geschützt. Vor wenigen Tagen erteilte die EU-Kommission zudem die Zulassung für ein neues Diabetesmittel Lyxumia, das ebenfalls in Höchst produziert werden soll. Bei den Medikamenten gegen die Volkskrankheit Diabetes sind die Franzosen weltweit die Nummer zwei hinter der dänischen Novo Nordisk.

Der Markt für Diabetesmittel ist ein Milliardengeschäft: Nach Schätzungen der International Diabetes Federation (IDF) litten zuletzt weltweit etwa 371 Millionen Menschen an der Zuckerkrankheit. Das IDF geht davon aus, dass die Zahl bis 2030 auf 552 Millionen steigen könnte. Einer der Gründe für die Zunahme des Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ 2) ist die ungesunde westliche Lebensweise, die mittlerweile auch in vielen Schwellenländern herrscht und zur Folge hat, dass Risikofaktoren wie Übergewicht auch dort auf dem Vormarsch sind./ep/fbr

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Quelle: dpa-AFX