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ROUNDUP: Japans Regierung nominiert Kuroda als neuen Notenbankchef

In Tokio ist der Nikkei 225 beheimatet.
In Tokio ist der Nikkei 225 beheimatet. pixabay.com pixabay.com

TOKIO (dpa-AFX) - In Japan stehen die Zeichen auf massive geldpolitische Lockerung. Wie das Parlament am Donnerstag in einer Stellungnahme erklärte, wurde Haruhiko Kuroda, derzeit Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank, von der Regierung als neuer Notenbankchef nominiert. Er gilt schon länger als Favorit von Premierminister Shinzo Abe. Kuroda folgt der Regierungslinie einer noch aggressiveren Geldpolitik. Die Zustimmung des Parlaments gilt als sicher, auch die oppositionelle Demokratische Partei DPJ hatte unlängst ihre Unterstützung für Kuroda signalisiert.

Mit Kuroda installiere Ministerpräsident Abe den Mann an der Spitze der Notenbank, der seine Forderung nach einer extrem lockeren Geldpolitik ohne große Gegenwehr unterstützen dürfte, hieß es in einer Einschätzung des Bankhauses Metzler. Der bisherige Chef der Bank of Japan, Masaaki Shirakawa, hatte sich gegen eine zu drastische Lockerung der Goldpolitik in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ausgesprochen.

Bereits als früherer Vizefinanzminister hatte Kuroda am Devisenmarkt energisch eingegriffen, um den Yen zu schwächen. Sollte er das Amt des Notenbankchefs erwartungsgemäß übernehmen, wird erwartet, dass die Notenbank in großem Umfang auch langfristige Staatsanleihen kaufen wird.

Als neue Stellvertreter des künftigen Notenbankchefs Kuroda wurden der Wirtschaftsprofessor Kikuo Iwata und der Notenbankdirektor Hiroshi Nakaso nominiert. Auch diese beiden galten seit einigen Wochen als Favoriten der Regierung. Insbesondere Iwata ist für eine sehr lockere geldpolitische Haltung bekannt. Mehrfach hatte er in der Vergangenheit die Bank of Japan kritisiert, weil sie seiner Ansicht nach zu verhalten gegen die Deflation vorgeht.

Die Geldpolitik der Bank of Japan ist schon jetzt sehr expansiv. Die Leitzinsen liegen knapp über null Prozent, die Notenbank kauft in großem Umfang Staatsanleihen. Zudem hatte Regierungschef Abe durchgesetzt, dass die Notenbank ihr Inflationsziel auf zwei Prozent anhebt. Allein dies schwächte den Kurs des Yen stark. Damit handelte sich Abe Kritik im Ausland ein. Der Vorwurf: Er habe versucht, Japans Exportwirtschaft auf den Weltmärkten Vorteile durch einen günstigen Yen-Kurs zu verschaffen und untergrabe die Unabhängigkeit der Notenbank.

Aus Protest gegen das Regierungsziel, die Geldpolitik noch weiter zu lockern, will der jetzige Notenbankchef Shirakawa etwa einen Monat früher als geplant aus dem Amt scheiden. Seine letzte Zinssitzung wird er voraussichtlich Anfang März leiten./bgf/ln/jkr

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Quelle: dpa-AFX