Ad hoc-Mitteilungen

ROUNDUP: Infineon fürchtet Scheitern von Wolfspeed-Übernahme - Anleger besorgt

Ingenieur repariert einen Computer (Symbolbild).
Ingenieur repariert einen Computer (Symbolbild). © D-Keine / E+ / Getty Images © D-Keine / E+ / Getty Images www.gettyimages.de

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Nach dem Veto der US-Behörden macht der Chipkonzern Infineon (Infineon Aktie) seinen Aktionären kaum noch Hoffnungen auf eine Übernahme des Halbleiterspezialisten Wolfspeed. Der Genehmigungsausschuss der amerikanischen Regierung habe keine geeigneten Maßnahmen genannt, "die die Bedenken der Behörde in zufriedenstellender Weise entkräften könnten", sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München. Aktuell gebe es nur eine "extrem geringe Wahrscheinlichkeit", dass das Geschäft noch zustande kommt.

Die Anleger reagierten besorgt. "Das war jetzt keine gute Nachricht mit Wolfspeed", sagte Aktionärsschützerin Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und fragte nicht nur nach den Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit des Chipkonzerns. "Wenn diese Übernahme tatsächlich platzen würde, laufen Sie auch Gefahr, unter einen Bann oder Strafzölle zu fallen?" Auch Daniel Bauer (Bauer Aktie) von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger sprach von grauen Wolken am Horizont durch protektionistische Tendenzen in den USA.

Ploss versuchte, die Bedenken der Anleger zu zerstreuen: Zwar hätte die Übernahme Infineon nach vorne gebracht, doch habe das Unternehmen im Bereich Leistungshalbleiter mittlerweile eigene technologische Kompetenzen und hätte damit keine "offene Flanke", sollte das Geschäft tatsächlich platzen. Akquisitionen blieben zugleich auf der Agenda und würden danach ausgerichtet, wo sich Infineon technologisch erweitern könne und wie sich Größenvorteile erzielen lassen.

In der Vorwoche hatte Infineon bereits von einem "substanziellen Risiko" gesprochen, dass die geplante Übernahme nicht in der vereinbarten Form vollzogen werden könnte. Man arbeite mit Wolfspeed und auch dem US-Konzern Cree an Möglichkeiten, um die Bedenken auszuräumen, hieß es seinerzeit vom Unternehmen. Davon ist nun nicht mehr die Rede. Ursprünglich wollten die Münchner die Übernahme der Sparte für Verbindungshalbleiter von Cree für 850 Millionen Dollar (Dollarkurs) (knapp 800 Mio Euro) noch in diesem Quartal abschließen.

Geschäftlich bleibt Ploss derweil zuversichtlich. "Infineon wird weiter profitabel wachsen", sagte der Konzernchef. Bereits bei der Vorlage der Zahlen für das Startquartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) hatte er die Jahresziele bekräftigt. Dabei setzt er auf weiter gute Geschäfte mit der Automobilindustrie, bei mobiler Kommunikation und Datensicherheit sowie effizienter Stromnutzung. Der Umsatz soll um bis zu acht Prozent zulegen und die Marge bei 16 Prozent liegen./csc/DP/stb

Der ARIVA.DE Newsletter
Bleiben Sie informiert mit dem wöchentlichen Marktüberblick.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.
Quelle: dpa-AFX