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ROUNDUP: Deutsche Börse und LSE reichen Spartenverkauf formell ein

Logo der Deutsche Börse AG.
Logo der Deutsche Börse AG. © kontrast-fotodesign/iStock Unreleased / Getty Images Plus/Getty Imag. © kontrast-fotodesign/iStock Unreleased / Getty Images Plus/Getty Images

FRANKFURT/LONDON (dpa-AFX) - Formeller Schritt zur Rettung der umstrittenen Fusion: Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) haben den geplanten Verkauf der Sparte LCH.Clearnet SA der Europäischen Kommission jetzt formell vorgeschlagen. Mit dem bereits angekündigten Verkauf soll den wettbewerbsrechtlichen Bedenken seitens der Kommission begegnet werden, wie die beiden Börsenbetreiber am Dienstag in Frankfurt und London mitteilten.

Am Dienstag laufe für die beiden Unternehmen die Frist ab, der Kommission Vorschläge zur Abmilderung der Fusionsfolgen zu unterbreiten. Jetzt seien die EU-Wettbewerbshüter am Zuge. Sie müssen jetzt die Marktteilnehmer zu der vorgeschlagenen Maßnahme befragen. Die beiden Unternehmen hatten den Verkauf der Pariser Abrechnungs- und Abwicklungstochter bereits im Herbst vergangenen Jahres vorgeschlagen. Anfang Januar teilten sie zudem mit, dass mit der Euronext schon ein möglicher Käufer bereit steht. Die Deutsche Börse und die LSE wollen den mit Abstand größten europäischen Börsenbetreiber schmieden. Die Wettbewerbsbehörden haben die Sorge, dass durch die Zusammenlegung der Clearinghäuser der beteiligten Unternehmen etwa bei Anleihegeschäften der Wettbewerb ausgeschaltet werden könnte. Die Clearingstellen sind zwischen den Vertragsparteien einer Transaktion angesiedelt und übernehmen das gegenseitige Ausfallrisiko. Dafür müssen Marktteilnehmer ihnen Sicherheiten zur Verfügung stellen.

Da der Hauptsitz des Unternehmens in London sein soll, ist die Fusion in Deutschland und vor allem Hessen stark umstritten. Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter hatte sich zuletzt davon unbeirrt gezeigt. Das Vorhaben sei weit fortgeschritten, sagte er Mitte Januar beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse. Unterstützung erhielt er vom einflussreichen Großaktionär Blackrock.

Kengeter selbst ist zuletzt ist wegen eines Aktiengeschäfts zehn Wochen vor Bekanntgabe der Fusionspläne mit der Londoner Börse (LSE) ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Frankfurter Behörde ermittelt nach eigenen Angaben vom Donnerstag vergangener Woche wegen des Verdachts des Insiderhandels gegen einen Verantwortlichen des Unternehmens. Dessen Arbeitsplatz in Eschborn und seine Privatwohnung in Frankfurt seien durchsucht worden. Die Deutsche Börse hatte zuvor mitgeteilt, es werde gegen Kengeter ermittelt. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück./zb/stk

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Quelle: dpa-AFX