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ROUNDUP: China erfüllt Träume der Autobauer - aber Ernüchterung bei E-Autos

Die chinesische Flagge.
Die chinesische Flagge. pixabay.com pixabay.com

GUANGZHOU/TOKIO (dpa-AFX) - Deutschlands Autobauer können im nächsten Jahr wieder mit starkem Wachstum auf dem wichtigsten Automarkt der Welt in China rechnen. Allerdings kommt die Elektromobilität langsamer als erwartet voran. Trotzdem präsentierten BMW (BMW Aktie) und sein chinesischer Partner Brilliance am Mittwoch auf der internationalen Automesse in der südchinesischen Metropole Guangzhou (Kanton) ein reines Elektroauto unter der gemeinsamen chinesischen Marke Zinoro. Es soll wegen der mangelnden Infrastruktur mit Ladestationen in China aber vorerst nur im Miet- und Leasing-Geschäft eingesetzt werden.

Nach einem unerwartet starken Wachstum in diesem Jahr rechnen Experten auch 2014 mit einem Zuwachs des chinesischen Marktes von rund zehn Prozent. Kapazitätsprobleme behindern heute schon den Absatz von Volkswagen (VW Aktie). "Wir könnten mehr verkaufen, wenn wir mehr Kapazität hätten", sagte China-Vorstand Jochem Heizmann. Europas größter Autobauer basiert seine Planungen auf Schätzungen, wonach der chinesische Markt in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich um fünf bis sieben Prozent jährlich wachsen soll.

Volkswagen will "mindestens" den Marktanteil von gegenwärtig 21 Prozent halten, wie Heizmann erläuterte. "Unser Ziel ist es, etwas schneller zuzulegen." Bis Oktober stieg der Absatz der Gruppe in diesem Jahr um 16 bis 17 Prozent, obwohl zu Beginn des Jahres nur rund sechs Prozent erwartet worden waren. Bis 2018 will Volkswagen 15 Modelle mit alternativen Antrieben auf den Markt bringen, setzt aber auf Plugin-Hybrid-Autos, die sowohl einen Benzin- als auch Strommotor haben. Mit größeren Volumen will Volkswagen auch die Preise runterbringen.

"Wir sind überzeugt, dass es die richtige Lösung für unsere Kunden ist", sagte Heizmann. Bis heute sei die Infrastruktur für reine Elektroautos in China nicht vorbereitet. "Im privaten Bereich ist es schwer, einen Platz zu finden, wo die Batterie geladen werden kann."

Bei der mit Spannung erwarteten Premiere des Zinoro überraschte der Chef des Joint Ventures von BMW und Brilliance, Olaf Kastner, mit der Ankündigung, sich vorerst auf Vermietungen zu konzentrieren - obwohl das Mietwagen- und Leasinggeschäft in China kaum eine Rolle spielt.

Kastner begründete das Vorgehen damit, dass bei Mietwagen mehr Kunden die Erfahrung mit Elektroautos machen könnten, ohne sich um Aufladen oder Wartung kümmern zu müssen. Audi-China-Chef Dietmar Voggenreiter sah allerdings vielmehr das Zugeständnis des Rivalen BMW, dass die Bedingungen für allein elektrisch betriebene Fahrzeuge in China noch nicht gegeben sind. Deswegen setze Audi auch auf Plugin-Hybrid-Autos mit beiden Antrieben, die herkömmliche Reichweiten bieten. "Diese Kombination gibt einem immer die Sicherheit, auch weite Strecken zurücklegen zu können", sagte er. "Die Zeit ist in China noch nicht reif für ein reines Elektroauto."

Die Ingolstädter sehen im nächsten Jahr starkes Wachstumspotenzial in China. In diesem Jahr legte Audi bis Oktober um 20 Prozent zu, wie Voggenreiter sagte. Audi gewinne Marktanteile und vergrößere den Abstand zu seinem Konkurrenten BMW. Mit der Einführung lokal produzierter Kompaktwagen wie dem A3, der auf der Messe vorgestellt wurde, werde es zusätzlich Schwung geben. "Wir sind zuversichtlich, was unsere Entwicklung im nächsten Jahr angeht", sagte Voggenreiter. Die Aussichten seien schon deswegen so gut, weil der Premiumbereich in China erst neun Prozent des gesamten Marktes ausmacht, während der Anteil in reiferen Märkten bei 13 bis 15 Prozent liege.

Unterdessen präsentieren sich die japanischen Autobauer so stark wie seit Jahren nicht. Sie hatten lange unter den Folgen von Wirtschaftskrisen, Natur- und Atomkatastrophen zu leiden. Zum Auftakt der Automesse in Tokio präsentierten Hersteller wie Toyota und Nissan etwa neue Sportwagen.

Auch in Tokio zeigten sich Hersteller skeptisch zur Entwicklung der Elektromobilität. Nissan-Chef Carlos Ghosn räumte ein, dass der Konzern wahrscheinlich sein Ziel von 1,5 Millionen weltweit bis 2016 verkauften Elektroautos nicht erreichen wird./lw/DP/she

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Quelle: dpa-AFX