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ROUNDUP: Britische Notenbank gibt Signale für Zinssenkung

Die englische Flagge.
Die englische Flagge. pixabay.com pixabay.com

LONDON (dpa-AFX) - Die britische Notenbank zeigt sich zunehmend verunsichert angesichts wirtschaftlicher Risiken und dem anstehenden Brexit. Der Leitzins bleibt zwar zunächst weiter bei 0,75 Prozent, wie die Bank of England am Donnerstag nach ihrer Zinsentscheidung in London mitteilte. Erstmals seit dem Jahr 2016 sprachen sich jedoch zwei Mitglieder für eine Zinssenkung aus.

Die Mehrheit im geldpolitischen Ausschuss um Gouverneur Mark Carney sprach sich zwar - wie von Analysten erwartet - für stabile Leitzinsen aus. Sie öffneten jedoch die Tür für eine mögliche Zinssenkung. "Falls sich die Weltwirtschaft nicht stabilisiert oder die Brexit-Unsicherheit sich verfestigt, müsste die Geldpolitik die erwartete Erholung stützen", heißt es in dem Protokoll zur Zinssitzung. Die britische Notenbank nähert sich damit der Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) an, die bereits ihre Geldpolitik gelockert haben.

Für eine sofortige Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte sprachen sich Michael Saunders und Jonathan Haskel aus. Sie verwiesen auf Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick. Zudem gebe es Anzeichen für eine Trendwende am Arbeitsmarkt. Vor allem das Votum von Haskel hat Beobachter überrascht. Die Notenbank reduzierte auch ihre Wachstums- und Inflationsprognosen.

Am 12. Dezember werden Neuwahlen zum britischen Unterhaus stattfinden. Premierminister Boris Johnson strebt eine parlamentarische Mehrheit für seine mit der EU ausgehandelten Brexit-Einigung an. Nach der jüngsten Verschiebung ist der Austritt aus der EU jetzt für den 31. Januar 2020 geplant. Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch.

Das britische Pfund geriet nach der Zinsentscheidung gegenüber allen wichtigen Währungen unter Druck. Die Anleihekurse machten vorherige Verluste wett. Die Aktienmärkte reagierten hingegen kaum./jsl/bgf/fba

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Quelle: dpa-AFX