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ROUNDUP: BBVA verdient 2012 wegen Wirtschaftskrise nur noch die Hälfte

Analysten bei der Arbeit (Symbolbild).
Analysten bei der Arbeit (Symbolbild). © gorodenkoff / iStock / Getty Images Plus / Getty Images © gorodenkoff / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

BILBAO (dpa-AFX) - Die Wirtschaftskrise in Spanien hat der zweitgrößten spanischen Bank BBVA im vergangenen Jahr schwer zugesetzt. Wie bereits der Erzrivale Santander musste auch die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) hohe Rücklagen für mögliche Kreditausfälle bilden und deswegen einen Gewinneinbruch verkraften. Die BBVA verdiente 2012 mit 1,68 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr fast nur noch die Hälfte. Im Schlussquartal blieben unter dem Strich 20 Millionen Euro. Damit schnitt die Bank etwas besser ab als erwartet. Abgesehen von den Belastungen aus der Immobilienkrise lief das Geschäft weiterhin relativ rund. Die BBVA-Aktie legte am Vormittag leicht zu.

Die Banken in Spanien leiden neben der Rezession vor allem unter der Krise am Immobilienmarkt im eigenen Land. Dies bekommen die Institute etwa durch hohe Kreditausfälle zu spüren. Der Anteil fauler Kredite bei der BBVA stieg auch zum Jahresende weiter an und lag Ende Dezember bei 5,1 Prozent - Ende September hatte er noch bei 4,8 Prozent gelegen. Insgesamt schrieb das Institut auf den Bestand an Immobilienkrediten 5,7 Milliarden Euro ab, um die staatlichen Vorgaben zu erfüllen.

Noch stärker betroffen von der schweren Krise in Spanien als die beiden Branchenriesen sind die Sparkassen und kleineren Institute - sie schreiben wegen der inzwischen geplatzten Immobilienblase Milliardenverluste und brauchen staatliche Hilfe. Die BBVA sieht sich dagegen weiter gut mit Kapital ausgestattet und hat wie der Konkurrent Santander einen Teil der Notfall-Kredite der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückgezahlt.

Operativ lief es für die BBVA vergleichsweise gut. Vor allem in Südamerika und Mexiko wächst das Geschäft der zweitgrößten spanischen Bank. Der Zinsüberschuss des Instituts legte im vergangenen Jahr insgesamt um 15 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro zu, konzernweit stiegen die Erträge um 12 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Damit hätten die Abschreibungen auf den Bestand an spanischen Immobilienkrediten abgefedert werden können, hieß es.

Eine Geldspritze winkt den Spaniern aus dem ebenfalls am Freitag bekannt gegebenen Verkauf des chilenischen Pensionsgeschäfts AFP Provida. Der größte US-amerikanische Versicherer Metlife (MetLife Aktie) übernimmt die 64,3 Prozent von BBVA und will für den Rest ein öffentliches Angebot unterbreiten. Insgesamt wird der Fondsverwalter damit mit rund 2 Milliarden Dollar (Dollarkurs) bewertet. BBVA rechnet im zweiten Halbjahr mit einem Gewinn von 500 Millionen Euro aus der Transaktion. Mit dem Verkauf von Unternehmensteilen in Südamerika wollen die Spanier ihr Risikoprofil senken und sich Geld für die strengen Eigenkapitalregeln in Europa besorgen./kja/zb/stk

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Quelle: dpa-AFX