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ROUNDUP/Batistas 'X-Imperium' in Schieflage: Auch OSX sucht Gläubigerschutz

Zeitungsständer (Symbolbild).
Zeitungsständer (Symbolbild). © Global_Pics / iStock Unreleased / Getty Images © Global_Pics / iStock Unreleased / Getty Images

RIO DE JANEIRO (dpa-AFX) - Der hoch verschuldete Werftenkonzern OSX des einstigen brasilianischen Vorzeige-Unternehmers Eike Batista hat Gläubigerschutz beantragt. Damit folgte OSX dem im Öl-Offshore-Bereich aktiven Schwesterunternehmen OGX, das erst vor knapp zwei Wochen im Rahmen des brasilianischen Insolvenzrechtes den gleichen Weg einschlug. Die über ein Dutzend Unternehmen und Filialen innerhalb des EBX-Konstrukts tragen in ihrem Namen alle das "X" als Erkennungsmerkmal. OSX ist bei Banken mit schätzungsweise über vier Milliarden Reais (1,28 Mrd Euro) verschuldet.

Das Unternehmen, in dessen Eigentum sich mehrere Ölplattformen befinden, stellte den Antrag auf Gläubigerschutz am Montag bei einem Gericht in Rio de Janeiro. Er soll zusammenhängend mit dem Antrag des Schwesterunternehmens OGX abgewickelt werden, dessen Schulden auf rund 5,1 Milliarden US-Dollar (3,7 Mrd Euro) geschätzt werden, wovon allein 3,6 Milliarden US-Dollar auf Anleihen entfallen.

In der Mitteilung an die Bovespa-Börse in Sao Paulo teilte OSX mit, dass der Antrag mit "Dringlichkeit" und dem Ziel gestellt werde, die "Werte des Unternehmens und die Interessen der Aktionäre, der Beschäftigten und der Gläubiger zu schützen".

Der Antrag umfasst neben der Holding OSX Brasil auch die Filialen "OSX Construçao Naval S.A." und "OSX Serviços Operacionais Ltda" und ist auf die im brasilianischen Insolvenzrecht vorgesehene Möglichkeit der gerichtlichen Sanierung gerichtet. Die gewährt dem Schuldner maximal 180 Tage Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen der Gläubiger. Die Frist läuft vom Zeitpunkt der Eröffnung des Sanierungsverfahrens. Die Firma muss ein Rettungskonzept vorlegen, das von den Gläubigern gebilligt werden muss.

Die Bovespa-Börse setzte den Handel von OSX-Aktien am Montag aus. Der Kurs des Papiers sackte seit ihrem Börsendebüt im März 2010 drastisch ab und lag am Montag bei 0,51 Reais. Damit verlor die Aktie seit 2010 nach Berechnungen der Zeitung "O Globo" 98,4 Prozent ihres Wertes. Eika Batista, Sohn des Ex-Bergbauministers Eliezer Batista, büßte seit Anfang 2012 fast sein gesamtes Vermögen von damals über 30 Milliarden US-Dollar ein. Es wird befürchtet, dass mit OGX und OSX die gesamte EBX-Gruppe ins Schlingern gerät./hr/DP/kja

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Quelle: dpa-AFX