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ROUNDUP 3/US-Experte Fauci: Einige Bundesstaaten haben sich zu früh geöffnet

Ein Mann liest Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild).
Ein Mann liest Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild). pixabay.com pixabay.com

(Aktualisierung: Mit Umfrage zu Trumps Umgang mit der Pandemie.)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der US-Immunologe Anthony Fauci macht frühe Lockerungen in einigen Bundesstaaten für die neuen, teils dramatischen Corona-Ausbrüche in vielen Teilen der USA verantwortlich. "In einigen Staaten sprangen die Gouverneure und Bürgermeister im Wesentlichen über die Richtlinien und Kontrollpunkte und öffneten etwas zu früh", sagte Fauci dem Podcast "FiveThirtyEight", der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Experte und Regierungsberater nannte Florida als Beispiel, das einige Richtlinien außer Acht gelassen habe. Die USA gäben verglichen mit anderen Staaten momentan kein gutes Bild ab. US-Präsident Donald Trump äußerte unterdessen Kritik an dem angesehenen Experten.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichte in den USA am Donnerstag einen neuen Höchststand. Rund 63 200 neue Fälle binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität von Freitagmorgen verzeichnet. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich demnach bislang mehr als 3,1 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Mehr als 133 000 Menschen starben an oder mit dem Virus.

Dass die USA täglich derart hohe Anstiege bei den Neuinfektionen verzeichnen, führt Fauci auch auf die Zerstrittenheit der amerikanischen Politik zurück: "Ich denke, man muss davon ausgehen, dass es ohne eine solche Spaltung einen koordinierteren Ansatz geben würde." Einigen Politikern in den Vereinigten Staaten, allen voran Präsident Trump und einigen Gouverneuren, wurde mehrfach vorgeworfen, in der Pandemie Entscheidungen unter politischen und nicht gesundheitlichen Gesichtspunkten zu treffen.

Wegen seines Umgangs mit der Pandemie steht Trump zunehmend unter Druck. Das zeigt auch eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos und dem TV-Sender ABC News: Demzufolge heißen nur 33 Prozent der Befragten Trumps Handhabung der Krise gut, 67 Prozent äußerten sich unzufrieden. Mitte März waren es 43 Prozent, die ihre Missbilligung zum Ausdruck brachten.

Trump kritisierte am Donnerstagabend Fauci, der auch der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses angehört. "Fauci ist ein netter Mann, aber er hat viele Fehler gemacht", sagte er im Interview mit einem seiner Lieblings-Fernsehmoderatoren, Sean Hannity, auf dem Sender Fox. Die Experten hätten bei vielen Dingen Fehler gemacht.

Trump drängt seit Monaten auf eine schnelle Wiedereröffnung der Wirtschaft. Eine starke Ökonomie, die in den Vereinigten Staaten noch im Februar auf Rekordkurs war, sieht er als eines der besten Argumente für seine Wiederwahl im November.

Bei einer Veranstaltung des US-Mediums "The Hill" bezeichnete Fauci das Coronavirus wegen seiner leichten Übertragbarkeit unterdessen als "schlimmsten Alptraum". Die Effizienz, mit der das Virus Menschen anstecke, sei "wirklich bemerkenswert", sagte Fauci. Er riet den besonders betroffenen Bundesstaaten, geplante Lockerungen der Corona-Auflagen auf Eis zu legen.

Die USA hätten es nach der ersten Zuspitzung der Pandemie im März nie geschafft, weniger als 20 000 Neuinfektionen pro Tag zu erreichen. Trotzdem hätten südliche Bundesstaaten ihre Beschränkungen schnell gelockert, erklärte Fauci. "Das müssen wir besser machen." Die Lage ist vor allem in den Bundesstaaten Florida, Texas, Kalifornien und Arizona ernst.

Eine der großen Herausforderungen des Coronavirus sei es, dass es viele Infizierte gebe, die den Erreger weiter verbreiteten, selbst jedoch keine Symptome zeigten, erklärte Fauci. Der Experte ist der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten. Vergangene Woche hatte er bei einer Anhörung im Kongress gewarnt, ohne entschlossenes Gegensteuern könne die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in den USA bald auf bis zu 100 000 steigen./jbz/DP/men

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Quelle: dpa-AFX